Schulbus-Thema erhitzt die Gemüter

Ortstermin "Am Sturmwald"

Nach dem Beschluss zum Wegfall der privaten Schulbuslinie, die nur noch bis zum Sommer rund 90 Schüler aus Menglinghausen zu ihrer Grundschule nach Eichlinghofen bringt, sind die Eltern wütend. Doch es gibt Hoffnung: Das Schulverwaltungsamt will nach eingehender Prüfung neu entscheiden.

MENGLINGHAUSEN

von Von Nicola Schubert

, 09.03.2011, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eltern, Politiker und Vertreter von DSW21 sowie Tiefbau- und Schulverwaltungsamt diskutierten am Mittwochmorgen über die Abschaffung des Schulbusses von Menglinghausen nach Eichlinghofen. Das Tiefbauamt überprüft nun erneut die Verkehrssicherheit in dem Kreuzungsbereich.

Eltern, Politiker und Vertreter von DSW21 sowie Tiefbau- und Schulverwaltungsamt diskutierten am Mittwochmorgen über die Abschaffung des Schulbusses von Menglinghausen nach Eichlinghofen. Das Tiefbauamt überprüft nun erneut die Verkehrssicherheit in dem Kreuzungsbereich.

Warum das alles? Die Eltern wollen zeigen, wie eng es hier ist, wenn ihre Kinder ab September nicht mehr mit dem Schulbus fahren und an der Haltestelle auf den Linienbus warten. SPD-Ratsmitglied Olaf Radtke macht den Wortführer. Er, der Menglinghausener, ist auf der Seite der Eltern, gibt den bürgernahen Politiker. Von Bezirksbürgermeister Hans Semmler, der dafür plädiert, Dirk Rosenthal vom Schulverwaltungsamt sprechen zu lassen, lässt er sich nicht bremsen.

Radtke hat ein vierseitiges Papier verfasst. Darauf aufgelistet sind die Mängel der Verkehrssicherheit in dem Bereich des Schulwegs, wie etwa eine fehlende Fußgängerampel an der stark befahrenen Menglinghauser Straße. Ein Experten-Team von Mitarbeitern von DSW21, Tiefbau- und Schulverwaltungsamt lauscht Radtkes Vortrag. Sie hatten hier vor Wochen schon die Kreuzung als sicher eingestuft.

Infolge dessen war die Entscheidung getroffen worden, den Vertrag mit dem privaten Schulbus nicht mehr zu verlängern. Eine Entscheidung, die die Gemüter der Eltern bis heute erregt. Weshalb sie alle hier sind, an diesem frühen Mittwochmorgen um 7.15 Uhr. "Wir wollen die Experten befragen, welche Möglichkeiten es gibt. Zum Beispiel, ob bauliche Maßnahmen denkbar sind", sagt Radtke. Burkhardt Meyerling von der DSW21 betont: "Die örtlichen Gegebenheiten spielen eine Rolle bei den Planungen."

Punkt für Punkt arbeitet Radtke die Liste ab. Die Antworten der Experten – so sie Radtke trotz Verkehrslärm und Wind hören – fallen immer ähnlich aus: Es müsse am Schreibtisch geprüft werden, ob etwa eine Ampel oder Absperrpfosten möglich seien. Zum Ende der Versammlung wird es frisch, das Papier immer lückenhafter besprochen. Hans Semmler (CDU) versucht sich als Vermittler zwischen Bürgerinteressen und Gesetzen.

Denn nicht selten kollidieren diese. "Für eine finanzielle Beteiligung der Eltern an privaten Busfahrten gibt es keine gesetzliche Grundlage." Eine Möglichkeit, die Dirk Rosenthal auch ohne Schreibtisch-Prüfung für einigermaßen denkbar hält, ist ein reduziertes Fahren eines privaten Sonderbusses, zum Beispiel in der morgendlichen Stoßzeit. Für die Eltern, die jetzt um 8.30 Uhr zur Arbeit müssen, ein kleiner Silberstreif am Horizont, eine kühlende Brise für die hitzigen Gemüter. 

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