Schulen in NRW: Jede sechste Unterrichtsstunde ohne Lehrbefähigung erteilt

Lehrermangel

Der Lehrermangel in NRW zeichnet sich immer deutlicher ab: Immer mehr Unterrichtsstunden werden von Personen ohne Lehrbefähigung gehalten. So hoch war der Anteil im Schuljahr 2018/2019.

Düsseldorf

02.01.2020, 13:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schulen in NRW: Jede sechste Unterrichtsstunde ohne Lehrbefähigung erteilt

In den Klassen 5 bis 10 in NRW ist etwa jede sechste Unterrichtsstunde von Personen ohne Lehrbefähigung erteilt worden. © Julian Stratenschulte/dpa

Etwa jede sechste Unterrichtsstunde ist im Schuljahr 2018/19 in der Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen von Personen ohne die dafür vorgesehene Lehrbefähigung erteilt worden. Das geht aus einer am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Antwort von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf eine SPD-Anfrage hervor.

Demnach wurden knapp 237 000 von insgesamt rund 1,4 Millionen Unterrichtsstunden von Personen ohne die entsprechende Lehrbefähigung erteilt. In der Regel seien die Stunden von Personen mit Lehrbefähigung für andere Fächer erteilt worden, erklärte ein Sprecher des Ministeriums.

Unterrichtsausfall-Statistik 2018/19 wird noch aufbreitet

Am höchsten fiel dieser Anteil an den Hauptschulen aus, an der Spitze der Regierungsbezirk Köln mit einem Anteil von rund 45 Prozent. Am wenigsten betroffen waren die Gymnasien mit Anteilen zwischen 6,2 (Regierungsbezirk Detmold) und 7,2 Prozent (Regierungsbezirk Köln).

Dabei handle es sich um eine Stichtagserhebung, erläuterte Gebauer. Die Unterrichtsausfall-Statistik für das gesamte Schuljahr 2018/19 werde derzeit noch im Ministerium aufbereitet. Im ersten Halbjahr waren an den rund 4600 öffentlichen Schulen 4,8 Prozent des Unterrichts ausgefallen - davon 3,3 Prozent ersatzlos, 1,5 Prozent kompensiert durch eigenverantwortliches Arbeiten.

dpa

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