Schulen zu und weniger Kontakte – Das gilt jetzt in NRW

Corona-Schutzverordnung

Vor allem Familien müssen wieder umstellen: Die Schulen steigen auf Distanzunterricht um, die Kitas betreuen in geringerem Umfang. Alle Corona-Schutzmaßnahmen im Überblick.

Düsseldorf

11.01.2021, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
09.08.2018, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ein leerer Klassenraum im Albert-Einstein-Gymnasium. Der teils dramatische Lehrermangel wird sich zum neuen Schuljahr in vielen Bundesländern aus Expertensicht noch zuspitzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

09.08.2018, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ein leerer Klassenraum im Albert-Einstein-Gymnasium. Der teils dramatische Lehrermangel wird sich zum neuen Schuljahr in vielen Bundesländern aus Expertensicht noch zuspitzen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa © picture alliance/dpa

In Nordrhein-Westfalen beginnt am Montag der verschärfte Corona-Lockdown. Er bringt vor allem drastische Einschränkungen für Familien mit: Schulen gehen komplett in den Distanzunterricht und Kitas betreuen nur noch in reduziertem Umfang.

Außerdem gelten bei den Kontaktbeschränkungen noch strengere Regeln. Menschen aus einem Haushalt dürfen sich im öffentlichen Raum grundsätzlich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Anders als von Bund und Ländern ursprünglich vereinbart, werden zu betreuende Kinder dabei aber nicht mitgerechnet.

Strengere Regeln in Hotspot-Regionen in NRW

Auch beim Vorgehen in extremen Corona-Hotspots weicht NRW von den Beschlüssen ab. Die eigentlich vorgesehene Begrenzung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer ist in der neuen Corona-Schutzverordnung nicht enthalten. Das Land werde am Montag darüber entscheiden, sagte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums am Sonntag.

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Die Kreise und kreisfreien Städten, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen die Marke von 200 überschreitet, können im Einvernehmen mit dem Gesundheitsministerium zusätzliche Schutzmaßnahmen anordnen.

Zuletzt hatten mehrere Regionen die Schwelle zum Teil deutlich überschritten. Der Oberbergische Kreis und der Kreis Höxter, zwei Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen, haben bereits reagiert. Von Montag an gelten die Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum hier auch in den eigenen vier Wänden.

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Schulen zu, Kitas reduzieren die Stundenzahl

Die 2,5 Millionen Schüler in NRW müssen zu Hause lernen, die Präsenzpflicht in den Klassenzimmern ist ausgesetzt. Für Kinder der Klassen 1 bis 6, die nicht daheim betreut werden können, bieten die Schulen eine Notbetreuung an. Sollte eine Schule für die Umstellung auf den Distanzunterricht mehr Zeit benötigen, darf sie nach Angaben des Schulministeriums auch erst am Mittwoch starten.

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Die mehr als 10 000 Kitas betreuen Kinder ab Montag nur noch in geringerem Stundenumfang - wenn möglich, sollen Eltern ihre Kinder nicht dorthin schicken. Alle Maßnahmen der Landesregierung gelten zunächst bis zum 31. Januar.

Ende der Beschränkungen im Februar „extrem unwahrscheinlich“

Doch schon jetzt fordern bundesweit Politiker und Experten eine Verlängerung über den Januar hinaus. Der Chefvirologe des Heidelberger Uniklinikums, Hans-Georg Kräusslich, rechnet mit einer Verlängerung des Corona-Lockdowns. Es sei „extrem unwahrscheinlich, dass Ende Januar die Einschränkungen weitgehend oder vollständig aufgehoben werden“, sagte Kräusslich der Rhein-Neckar-Zeitung.

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Auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder fordert einen längeren und härteren Lockdown. „Wir müssen den Lockdown, den wir jetzt haben, verlängern, an einigen Stellen auch noch vertiefen“, sagte er auf dem Neujahrsempfang der CDU Nordrhein-Westfalens. Jetzt sei es nicht seriös zu sagen, im Februar sei alles vorbei.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hatte zuletzt erklärt, dass die flächendeckende Aussetzung des Präsenzunterrichts in NRW im Februar enden werde.

dpa/pst

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