Schulschwänzer sind in Witten eher die Ausnahme

WITTEN Schulschwänzerei kann teuer werden und das nicht nur für Eltern. Jugendliche, die älter sind als 14 Jahre und häufig nicht zum Unterricht erscheinen, werden selbst zur Verantwortung gezogen.

von Von Beatrice Haddenhorst

, 23.03.2009, 07:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nur ganz selten hat Schulleiter Jürgen Glaubitz Probleme mit Schulschwänzern.

Nur ganz selten hat Schulleiter Jürgen Glaubitz Probleme mit Schulschwänzern.

Nur ganz selten hat Jürgen Glaubitz, Leiter der Otto-Schott-Realschule, Probleme mit Schulschwänzern. Vor einigen Jahren jedoch kam es auch an seiner Schule mal zum Bußgeldverfahren gegen einen Schüler und das sogar in Absprache mit den Eltern. „Die sorgten schon dafür, dass der Sohn morgens das Haus verließ, aber er kam dann einfach nicht hier an. Das Bußgeld musste er dann wohl vom Taschengeld abzweigen und danach lief es dann“, erinnert sich der Schulleiter. In anderen Fällen habe es auch schon geholfen, wenn Lehrer die Schüler morgens mal zu Hause abholten. Wenig Probleme mit dauerhafter Schulschwänzerei sieht auch Christian König, stellvertretender Leiter der Hardenstein-Gesamtschule: „In der Vergangenheit gab es Einzelfälle. Aber da machen wir sofort Druck, damit nichts einreißt, sowohl bei den Schülern als auch bei den Eltern.“ Notfalls, so hat König erlebt, erzielen Ordnungsgelder Wirkung.

Nur an einen Fall von Schulschwänzerei vor einigen Jahren kann sich Norbert Kiesow, stellvertretender Leiter des Martmöller-Gymnasiums erinnern. „Wir versuchen, an unserer Schule eine Kultur des Hinsehens zu erreichen. Lehrer sind Ansprechpartner für Schüler, wenn es um Gewalt, Mobbing oder auch Essstörungen geht. Wir hoffen, dass Probleme unserer Schüler uns früh auffallen“, erläutert Kiesow. Natürlich treffen die Sozialarbeiter des Jugendamtes in Zusammenarbeit mit den Schulen auch immer wieder auf Schüler, die sich kaum mehr dazu bewegen lassen, in den Unterricht zu gehen. Doch in solchen Fällen, so Harald Hermann, gebe es andere Möglichkeiten zu handeln, als Jugendarrest: „Mit dem Projekt des Werkhofes für schulmüde Schüler und der Kompetenzagentur der AWo, die auf praktische Berufsvorbereitung setzen, haben wir gute Erfahrungen gemacht.“