Schwanenritter in einer Spielzeugwelt

Bayreuther Festspiele

Noch vor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele haben die Kinder am Samstagmittag ihre Premiere erlebt. Es ist eine schöne Tradition, auf der Probebühne ein großes Wagner-Werk auf eine Stunde gestrafft, kindgerecht zu inszenieren. Diesmal "Parsifal", an der Fassung von Dorothea Becker hat Festspielchefin Katharina Wagner mitgearbeitet.

BAYREUTH

, 26.07.2015, 13:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwanenritter in einer Spielzeugwelt

Die Blumenmädchen (darunter Christiane Kohl von der Dortmunder Oper, Mitte) verführen Parsifal (Benjamin Bruns) mit Süßigkeiten.

Es ist eine bunte Spielzeugwelt, in die Regisseur Tristan Braun den Schwanenritter schickt, um König Amfortas zu helfen. Der kühlt sich seine Wunde in einem Minisee, liebevoll mit Kieselsteinchen umrandet. Und als Gurnemanz (der tolle, in Dortmund noch gut bekannte Sänger Jukka Rasilainen) Kräutertinkturen herstellt, raucht und qualmt es wie in Harry Potters Zauberschloss.

Amfortas Reich

Alles ist super in Amfortas Reich: Parsifal findet die Zeremonie der Gralsenthüllung "superspannend", Amfortas ist es "superpeinlich", dass er sich von Zauberer Klingsor den Speer hat klauen lassen, und Gurnemanz findet "supergeil", dass Parsifal sich anbietet, den Speer zu suchen.

Das alles wirkt nicht anbiedern, sondern ist kindgerecht und flott inszeniert. Besonders bunt ist der zweite Aufzug in Klingsors Zauberwelt. Klingsor (Kay Stieffermann) selbst sieht aus wie ein Teufel, aber seine Blumenmädchen sind leuchtende Zuckerwatte-Püppchen, die Parsifal mit Paradiesäpfeln, einer riesigen Torte und Luftballons wie bei einem Kindergeburtstag verzaubern.

Dortmunder Solistin

Das erste Blumenmädchen singt Christiane Kohl, ehemaliges Ensemblemitglied der Dortmunder Oper und eine Bayreuther Stammsolistin.

Benjamin Bruns singt den Parsifal mit jugendhaftem Charme - eine Sängerentdeckung. Das kleine Orchester auf der Seitenbühne leitet Boris Schäfer.

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