Schweigen nach Mord an Autoverkäufer

Lütgendortmunder angeklagt

Vor sechs Monaten machten Polizeifahnder in einem Waldstück bei Witten eine grausame Entdeckung: In einer Erdgrube stießen sie auf die Leiche eines russischen Autoverkäufers - der Mann war geschlagen, erwürgt und danach verscharrt worden. Jetzt steht ein Lütgendortmunder als Tatverdächtiger vor Gericht.

Lütgendortmund

24.07.2017, 14:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schweigen nach Mord an Autoverkäufer

Um diesen Sportwagen des Typs Audi R8 dreht sich das angeklagte Mordgeschehen.

Vor dem Schwurgericht in Bochum müssen sich der 30-Jährige aus Lütgendortmund und ein mutmaßlicher Komplize (33) verantworten. Die Anklage: Mord. 

Probefahrt mit einem Audi R8

Laut Anklage soll das Duo den Autoverkäufer ähnlich wie bei einem so genannten Rip-Deal gezielt in eine Falle gelockt haben. Die beiden Angeklagten hatten sich mit dem späteren Opfer am 16. Januar zu einer Probefahrt mit einem Audi R8 verabredet. Als Verkaufspreis stand ein Betrag in Höhe von 81.000 Euro im Raum. Nachdem das Duo gemeinsam mit dem Autoverkäufer mit dem blauen Sportwagen von Troisdorf zur Wohnung des Mitangeklagten nach Bochum-Werne gefahren war, soll die Lage kurz danach dann plötzlich eskaliert sein. Der Lütgendortmunder soll den Autoverkäufer abgelenkt, der andere Anklagte den Mann daraufhin von hinten gepackt, in den Schwitzkasten genommen und zu Tode gewürgt haben. Laut Anklage wurde dem späteren Opfer während des qualvollen Erstickens immer wieder mit einem Hammer auf den Kopf eingeschlagen.

Kontaktdaten hinterlassen

Laut Staatsanwaltschaft sollen der Lütgendortmunder und der Mitangeklagte die Leiche des Autoverkäufers anschließend in ein Waldstück bei Witten-Durchholz transportiert und dort verscharrt haben. Mit dem Audi R8 soll das Duo anschließend noch prahlerisch bei Bekannten vorgefahren sein und behauptet haben, der Sportwagen sei ihre neueste Errungenschaft.

Nachdem die Familie des Autoverkäufers am Tag nach der Probefahrt eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, waren die Angeklagten schnell ins Visier der Ermittler geraten, weil sie im Zuge der Anbahnungsgespräche ihre Kontaktdaten hinterlassen hatten.

Zum Prozessauftakt machten beide Männer vorerst von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Bei der Polizei hatten sich die Angeklagten gegenseitig beschuldigt, den Autoverkäufer getötet zu haben. Für den Prozess sind noch zehn weitere Verhandlungstage bis zum 12. Oktober anberaumt. Im Falle einer Verurteilung wegen gemeinschaftlichen Mordes droht beiden Männern eine lebenslange Haftstrafe.