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Schwere Schäden am alten Wirtschaftshaus

Rodenbergstraße

Wie geht es weiter mit dem alten Wirtschaftsgebäude des Hauses Rodenberg? Diese Frage stellt sich, nach dem Arbeiter das Innere des über 100 Jahre alten Gebäudes entkernt haben. Denn das, was hinter Rigipsplatten und billigem Putz zum Vorschein kam, sorgte für Entsetzen.

APLERBECK

von Von Jörg Bauerfeld

, 15.02.2011
Schwere Schäden am alten Wirtschaftshaus

Tonnenweise Schutt holten die Arbeiter aus dem alten Fachwerkhaus.

"Es sieht schlimm aus", so Investorin, Bettina Nowarre, die das unter Denkmalschutz stehende Gebäude im letzten Jahr von der Stadt erworben hatte. Den Plan, in dem historischen Fachwerkhaus eine Backstube mit Konditorei und Café zu integrieren, gibt es nach wie vor, nur das "Wann" und vor allem das "Wie" lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Zu groß die Schäden in Gemäuer und Gebälk. "Wir müssen nun erst einmal eine neue Kostenschätzung auf den Weg bringen", so Bettina Nowarre. Die hat sich auch schon mit der kommunalen Politik und der Unteren Denkmalbehörde in Verbindung gesetzt. Um prüfen zu lassen, was von dem alten Haus überhaupt erhalten werden kann.

Denn die Schäden lassen noch keinen Schluss zu, wie eine Sanierung ablaufen könnte. So sind teilweise tragende Balken einfach abgesägt und mit einem Mauerflickwerk unterbaut worden. Die Fußböden sind teilweise nicht begehbar. Der Dachstuhl ist "irgendwann einmal erneuert worden", sagt Nowarre. Brandschäden im Dachbereich zeigten, dass hier einmal ein größeres Feuer gewütet hatte. Die Schäden sind nur notdürftig geflickt – Denkmalschutz sieht anders aus. Droht dem Haus nun das gleiche Schicksal wie dem Kirchhörder Tradtionsgasthaus Haus Mentler? Hier muss aufgrund erheblicher Schäden das alte Fachwerkhaus abgerissen werden. "Wir wollen hoffen, dass es hier nicht so weit kommt", sagt Bezirksbürgermeister Sascha Mader, der sich auf einem Rundgang durch das alte Haus einen Eindruck von den Schäden machte. "Ich war richtig geschockt vom Zustand des Hauses", so Mader, der die Sorgen der Investorin durchaus verstehen kann. "Das Haus wurde nach einem städtischen Gutachten erworben. Nun sieht man aber, dass die Sanierungskosten aus dem Gutachten mit dem Istzustand nichts zu tun haben." Erhaltenswert scheint nach ersten vorsichtigen Schätzungen die alte Eingangshalle.

Hier sieht das Balkenwerk noch halbwegs intakt aus. "Die Investorin hat schon richtig Geld in die Hand genommen, um die alte Bausubstanz freizulegen", so Mader. Wie viel das Gebäude noch verschlingt, steht in den Sternen. Fachleute aus Süddeutschland sollen jetzt noch einmal Balken und Fachwerk unter die Lupe nehmen. Auch bei der Unteren Denkmalbehörde hält man sich bedeckt. Man stünde noch am Anfang. Jetzt müsse man die denkmalpflegerischen Spuren erst einmal sichten.