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Ausschuss für Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße

Breite Mehrheit

Die Agnes-Miegel-Straße wird umbenannt. Mit breiter Mehrheit wollte der zuständige Ausschuss für Demografie, Stadtentwicklung und Umwelt am Donnerstagabend ein Zeichen gegen jeden Rechtsradikalismus setzen.

SCHWERTE

von Von Reinhard Schmitz

, 16.09.2011 / Lesedauer: 2 min
Ausschuss für Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße

Mit breiter Mehrheit stimmte der zuständige Ausschuss für Demografie, Stadtentwicklung und Umwelt für eine Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße.

"In der heutigen Zeit kann man jemand mit einer solchen Vergangenheit nicht mehr mit einem Straßennamen ehren", betonte SPD-Fraktionsvorsitzende Britta Santehanser. Der Imageschaden für die Stadt - so ergänzte Stephan Kötter - sei höher zu werten als die Unannehmlichkeiten, die auf die Anwohner zukämen. Fast alle von ihnen hatten einen Appell auf Beibehaltung des Namens unterschrieben, den Rainer Graumann dem Ausschuss-Vorsitzenden Marco Kordt in einer Sitzungsunterbrechung übergab. "Der Name Agnes-Miegel-Straße ist fest verbunden mit ihren Lebensläufen", sagte Graumann. Er vertrat die Auffassung, dass die Dichterin in der Nazizeit "Auftragsarbeiten" geschrieben habe und 1940 "zwangsweise in die Partei eingetreten" sei.Dies sei das "glorreichste Jahr der Nazis überhaupt" gewesen, hielt Hartmut Wagner (Linke) dagegen. Und verlas Miegels "Ode an den Führer", um die "literarische Qualität" deutlich zu machen". Obwohl er "persönlich für die Umbenennung" wäre, stimmte Jonas Becker (WfS) dagegen, weil seine Fraktion dem Votum der Anlieger hohe Priorität gab: "Warum fragen wir die Bürger, wenn wir am Ende sagen: Es spielt keine Rolle." Eine engagierte Rede für Miegel hielt einzig Hans Jürgen Allendörfer (FDP). Diese habe das Entnazifizierungsverfahren unbelastet überstanden und gar Beziehungen zu Juden gehabt: "Es gibt keinen Grund, diese Straße umzubenennen." Das wird der Ausschuss aber bei seiner nächsten Sitzung erledigen. Wagner schlug bereits "Anne-Frank-Straße" vor.

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