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Bahnstreik: Nach fünf Tagen steht alles still

SCHWERTE Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) will heute über Streiks im Güterverkehr entscheiden. Die Bahn klagt über drohende schwere Verluste, doch in wahre Nöte wird die verarbeitende Industrie kommen, die darauf angewiesen ist, Lieferungen zu bekommen und Produkte zum Kunden zu bringen.

von Von Holger Bergmann und Reinhard Schmitz

, 06.11.2007
Bahnstreik: Nach fünf Tagen steht alles still

Leere Bahnsteige, ausgefallene Zugfahrten. Ein Streik im Güterverkehr würde manche Firmen hart treffen.

Der Schwerter Rangierbahnhof gilt als Drehscheibe für die Versorgung der Kaltwalzindustrie im Ruhr-Lenne-Raum. „Ein Streik im Güterverkehr wäre ein echter Schlag für uns“, erklärt Burkhardt Staat, Vertriebschef bei Hoesch Schwerter Profile. „Wir haben nicht genug Lagerkapzität, um Formmaterial für mehrere Tage vorzuhalten, und umgekehrt die fertigen Produkte zu stapeln.“Einen Tag könnte Hoesch stemmen Einen Streik, der einen Tag dauert, könnte das Unternehmen stemmen, so Staat. Alles still stehen werde nach fünf Tagen. „Man muss aber auch an die Firmen denken, die davon abhängig sind, dass wir sie beliefern. Wie lange die einen Lieferstopp überstehen, kann ich nicht sagen.“ Staat ärgert sich über den drohenden Streik: „Man wird dafür bestraft, dass man sich bewusst für die umweltfreundliche Alternative und gegen den Transport per LKW über die Straße entschieden hat.“Stahlwerk Ergste hat Gleisanschluss abgebaut Als Bahnkunde bekannt ist auch der Stahlservice Hövelmann & Lueg im alten Eisenbahn-Ausbesserungswerk. Um die Waggons mit den angelieferten Coils rangieren zu können, verfügt das Unternehmen sogar über eine eigene Lok. Wie hoch der Bahnanteil an den Lieferungen ist, war gestern allerdings nicht zu erfahren. Seinen Gleisanschluss längst abgebaut hat dagegen das Stahlwerk Ergste. „Gar nicht“ sah sich Petra Wienands, Assistentin der Geschäftsführung, deshalb von einem möglichen Streik betroffen. Ähnlich sieht die Lage bei der Walter Hundhausen GmbH aus. „Wir bekommen nur noch wenig Lieferungen per Bahn“, berichtet Unternehmenssprecher Dr. Rainer Wirtz, „wir nutzen mittlerweile überwiegend LKW zum Transport."

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