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Die letzte Chance der Scherben

SCHWERTE Er ist der Mann, an den man sich wendet, wenn es keine Hoffnung mehr gibt, wenn das Geliebte rettungslos verloren scheint, wenn in Scherben liegt, was einst ohne Fehl war. Er ist der Chefarzt in der Porzellan- und Glasklinik: Werner von Possel.

von Von Holger Bergmann

, 27.11.2007
Die letzte Chance der Scherben

Werner von Possel rettet auch filigrane Porzellanfiguren. Nach dem Einsatz des Brennofen gibt es keine Spuren des Unglücks oder der Reparaturmaßnahmen mehr.

Bereits seit zehn Jahren rettet der staatlich geprüfte Museums- und Ausstellungstechniker Kunstwerke aus Porzellan, Glas, Marmor und anderen Materialien. Besucht man sein Atelier in Hüsingstraße 28, findet man sich im Paradies für Kunsthistoriker wieder. Überall stehen Porzellan-Figuren und -Geschirre aus unterschiedlichen Epochen herum. Beim zweiten Blick merkt man: die eine Hälfte der Kunstwerke liegt in Scherben, die andere Hälfte glänzt in glasierter Makellosigkeit.

Nichts erinnert mehr daran, dass auch die glänzende Pracht aus den eigenen Scherben neu erstanden ist. Da ist die uralte Teetasse mit einem ebenso alten Riss. Das Teein hat den Riss im Laufe der Jahre braun gefärbt. „Das wird gebleicht und dann repariert“, verspricht Werner von Possel. Da ist die Madonnen-Figur mit Jesus-Kind, dem der Kopf unauffindbar abgebrochen ist. „Dem kann man einen neuen Kopf machen, kein Problem. Man muss nur auf die Proportionen achten.“

Geheimnis

Brüche, Risse, Verfärbungen – solange die Splitter einigermaßen komplett sind, sieht man dem Porzellan die Reparatur später nicht mehr an. Das Geheimnis ist der Brennofen von Werner von Possels, denn die Kunst des Restaurators ist das Wissen um die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Keramiken und Glasuren bei hohen Temperaturen.

Werner von Possels Kunden kommen aus ganz Deutschland. Viele Aufträge bekommt er bei der Antik- und Sammler-Messe in Dortmund, auf der er regelmäßig einen Stand hat. Kunden aus anderen Teilen Deutschland kommen allerdings nicht in den Genuss, auf den sich Schwerter freuen können. RN-Card-Besitzer bekommen auf alle Reparaturen fünf Prozent Rabatt.

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