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Mit einem Container nach "down under"

WANDHOFEN "Auf Wiedersehen Wandhofen", sagt Familie Hardebusch. Meera, Martin, Katrin und Noah (v.l.) ziehen nämlich um. Und zwar ins 20 000 Kilometer entfernte Denmark im Südwesten Australiens.

von Von Moritz Riesewieck

, 09.11.2007

Atemberaubende Steilküsten, kilometerweite, menschenleere Strände, Wälder mit 40 Meter hohen Bäumen, und das alles bei angenehmen 25 Grad Lufttemperatur. Der Südwesten Australiens gehört zweifelsohne zu den schönsten und zugleich am wenigsten entdeckten Regionen Australiens.

Für Familie Hardebusch aus Wandhofen wird er zur neuen Heimat. Als gestern die Boeing 747 vom Flughafen Frankfurt abhob, verließen die Hardebuschs Deutschland für immer.

21 Stunden später werden Noah (6), Meera (8), Katrin (36) und Martin Hardebusch (39) im 20 000 Kilometer entfernten Perth landen. Dort, wo der Traum vom Auswandern einmal entstand: im Frühling 1996, beim zweiten Australienbesuch des Paares und dem ersten an der Westküste. Katrin verliebte sich damals in einen türkisfarbenen Kleinbus, den die beiden Rucksackreisenden kauften und Mäxchen tauften.

Auf einen Zeltplatz verschlagen

Weil der aber schon nach zehn Tagen den Geist aufgab und Martin die Reparatur selbst in die Hand nehmen wollte, verschlug es die Beiden auf einen Zeltplatz, wo sie zwei deutsche Auswanderer kennen lernten. Sie wurden Freunde.

Bei ihnen wird die Familie in den nächsten Tagen wohnen, bevor sie sich in der kleinen Stadt Denmark ein Mietshaus sucht.

  In einem zehnwöchigen Urlaub vor drei Jahren lernten Noah und Meera das Land kennen, in dem sie nun groß werden. Wo sie fortan auf Englisch unterrichtet werden, übrigens an einer Waldorfschule. In diesem Urlaub gaben sich Katrin und Martin am Strand von Bunker Bay das Ja-Wort. Und fassten ihren Entschluss.

Am 6. August 2007, nach zweijährigem, nervenaufreibendem Schriftverkehr, kam endlich das ersehnte Ja-Wort zum Visumsantrag, ganz unkompliziert per Mail.

Drei Jahre gültiges Visum

Drei Jahre gilt das "Skilled independent regional visa". Wohnt die Familie zwei Jahre in der Region im äußersten Südwesten Australiens und erhält Gärtner Martin für ein Jahr eine Vollzeitstelle, dann dürfen sie für immer bleiben. Zunächst mal aber musste plötzlich alles ganz schnell gehen: Drei Monate gaben ihnen die Behörden zur Einreise, sonst verfällt das Visum.

Also mussten im Eiltempo Haus und Auto verkauft, ein Stapel Kündigungen eingereicht und ein Container gemietet werden, in dem Hab und Gut verschifft werden. 33 Kubikmeter mussten reichen, um Schränke, Waschmaschine und Co. sicher zu verstauen.

Container ist verladen

Der Container ist auf ein Frachtschiff verladen worden, das zu Nikolaus Australien erreicht. Dort kommt der Hausstand zunächst in Quarantäne. "Sicherheitshalber begasen die Behörden die Container manchmal sogar", erzählt Katrin.

Sie und ihr Mann wissen, dass der Neubeginn auf dem roten Kontinent nicht immer wie Urlaub sein wird. Auch wenn sie Familie und Freunde schon bald vermissen werden: Noah, Meera, Katrin und Martin wollen es ausprobieren, das Leben am anderen Ende der Welt.

  

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