Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nachteil ist das Image

SCHWERTE Einst sollte das Freizeit-Allwetterbad die maroden Stadtfinanzen sanieren. Doch statt zu einer Einnahmenquelle entwickelte sich das Bad zur städtischen Schuldenfalle. Der neue Bäderchef Xaver Majewski über den alten Ruf und neue Pläne.

von Von Heiko Mühlbauer

, 13.11.2007
Nachteil ist das Image

Der neue Bäderchef Xaver Majewski.

Braucht eine Stadt wie Schwerte wirklich ein Freizeitbad?Majewski: Wenn ohnehin schon ein Bad da ist, ja. Die Chancen sind zumindest gut. Im näheren Umkreis gibt es noch wenige Bäder, die auch Kindern Spaß bieten.Aber der Markt ist doch schwierig, oder?Majewski: Natürlich. In den 80er-Jahren brauchte jedes Dorf plötzlich ein Freizeitbad und schloss im Gegenzug die Schwimmbäder. Dabei hat man völlig vergessen, die Attraktivität der Anlagen im Blick zu behalten. Dass man selbst ein normales Schwimmbad erfolgreich führen kann, beweisen wir täglich mit dem Stadtbad in Bochum, das unsere Firma sehr erfolgreich betreibt. Wie kann man denn in Zeiten leerer Kassen die Attraktivität von Bädern steigern? Majewski: Man muss vor allem die vorhandenen Ressourcen nutzen. Das fängt bei guter Dienstleistung an. Für Schwerte bedeutet dies, sich an den drei großen F zu orientieren: Familie – Freizeit – Fitness. In Sachen Fitness beginnen wir in der nächsten Woche mit 18 Aquafitness- Schnupperkursen.Und baulich wird auch etwas verändert? Majewski: Entgegen unserer ersten Überlegungen, bleibt die Rutsche erhalten. Das Trimmbecken wird allerdings verkleinert, aber so, dass man dies theoretisch wieder rückgängig machen kann. Außerdem soll es von außen vom Saunabereich her erreichbar sein. Dann können die Saunagäste zwar bequemer schwimmen gehen, die Badehose muss aber angezogen werden.Das betrifft die teuren Wasserflächen, was ist mit Sauna und Gastronomie?Majewski: Die Gastronomie soll so umgebaut werden, dass gleichzeitig Sauna und Bad bedient werden können. Der Veranstaltungssaal soll bleiben. Außerdem soll zukünftig eine Beachbar im Bereich des Kinderspielplatzes einrichtet werden, die auch von Nicht-Bade-Gästen besucht werden kann. Das verlangt keine großen Investitionssummen und kann abgebaut werden, wenn der Beach-Boom wieder vorbei ist.Worin liegt der größte Nachteil des Bades?Majewski: In seinem Image innerhalb Schwertes. Das liegt an der Entstehungsgeschichte, aber auch an den vergangenen Monaten. Es kann nicht angehen, dass die meisten Besucher von außerhalb kommen. Das Bad ist besser als sein Ruf. Ich möchte auch gerne mit dem Elsebad zusammenarbeiten, denn das ist definitiv keine Konkurrenz.Und wenn alles umgesetzt wird, kommt das Bad in die Gewinnzone?Majewski: Ich habe nie behauptet, dass wir Gewinne einfahren. Ich will erst Mal die Verluste beider Bäder auf unter eine Millionen reduzieren.Kann man überhaupt mit Bädern Gewinne machen?Majewski: Das ist sehr schwierig. Bei einem speziellen Neubau vielleicht. Ich würde jedenfalls kein bestehendes Bad kaufen. Deshalb kalkulieren fast alle vermeintlichen Investoren dicke städtische Bürgschaften und Zuschüsse mit ein.

Lesen Sie jetzt