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Polizei holte mehr als 500 Cannabis-Pflanzen aus dem Bunker

Professionelle Cannabisplantage entdeckt

Die Polizei hat am Montag über 500 Cannabis-Pflanzen plus umfangreiche Anbaumaterialien in dem ehemaligen Bunker an der Roten-Haus-Straße gesichert. Die Entdeckung war ein großer Zufall.

Villigst

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min
Polizei holte mehr als 500 Cannabis-Pflanzen aus dem Bunker

Die Cannabis-Plantage in dem Bunker bestand aus mehreren solcher „Beete“. © Polizei Unna

Am Tag nach dem spektakulären Feuerwehr- und Polizei-Einsatz an dem ehemaligen Bunker hat die Polizei nun Einzelheiten veröffentlicht.

Demnach erhielt die Polizeiwache Schwerte bereits am Sonntag einen Hinweis auf Cannabispflanzen in dem alten Bunker. Ein Hobbyfotograf hatte die verdächtigen Pflanzen entdeckt, als er auf der Suche nach sogenannten „Lost Places“ (vergessene Orte) den verlassenen Bunker aufsuchte.

Durchsuchung des Bunkers

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hagen und auf Beschluss des Amtsgerichts Hagen begann die Polizei am Montag mit der Durchsuchung des Bunkers.

Bereits im Eingangsbereich stellten die Ermittler einen sehr starken chemischen Geruch - ähnlich Chlorreiniger - fest. Da unklar war, ob die aus dem Gebäude ausströmenden Gerüche gefährlich seien, wurde die Feuerwehr informiert.

Geruch nach Chlor

Die Feuerwehr betrat gegen 15 Uhr mit Schutzausrüstung das Gebäude und führte Messungen durch. In dem Gebäude konnten aber keine gefährlichen Gase festgestellt werden.

Bei der Durchsuchung des Bunkers fand die Polizei dann eine professionelle Cannabisplantage mit Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien. Es wurden über 500 Pflanzen sowie umfangreiche Anbaumaterialien sichergestellt.

Pflanzen werden untersucht

Die Pflanzen werden nun auf ihren Anteil an dem Rauschmittel-Wirkstoff THC untersucht. Denn nach der Menge des Wirkstoffs richtet sich später die Anklage gegen den Betreiber der Plantage. Nach der Untersuchung werden die Pflanzen vernichtet.

Informationen, ob es einen Verdächtigen gibt, konnte die Polizei bislang nicht geben. Wie der ehemalige Besitzer des Bunkers auf Anfrage berichtete, hatte sich der Mieter des Bunkers als Gärtner ausgegeben und angekündigt, hobbymäßig Pflanzen züchten zu wollen. Als der Bunker verkauft wurde, blieb das Mietverhältnis bestehen.

Kein vergessener Ort

„Lost Places“ sind in der Regel aufgegebene Orte der Industrie- oder Militär-Geschichte, die nicht der Allgemeinheit zugänglich sind. Solche Orte werden gerne von Entdeckern aufgesucht, die dort auf spezielle Fotomotive hoffen.

Der Bunker ist als „Lost Place“ deshalb interessant sein, weil er nach Erzählungen von Nachbarn während des Kalten Krieges den Telefonverkehr aufrecht erhalten sollte. „Dort führte angeblich die Leitung des berühmten Roten Telefons her“, erzählte einst ein Anwohner den Ruhr Nachrichten.

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