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Über den Alltag mit einem behinderten Kind

Familien in Schwerte

Die Nachricht war ein Schock: Ihr Kind leidet an einer Behinderung, an der partiellen Trisomie 9. Was bedeutet das für uns? Wird unser Kind jemals reden? Das waren die ersten Gedanken, die Stefanie Krüger-Peter und ihrem Mann Carsten Peter nach der Diagnose durch den Kopf gingen.

SCHWERTERHEIDE

von Von Tobias Nordmann

, 21.04.2011
Über den Alltag mit einem behinderten Kind

Die Familie Peter: Vater Carsten, Mutter Stefanie, Sohn Julius und Hund Lilli.

Mittlerweile, knapp zehn Jahre später, ist es längst vorbei mit den Ängsten. Der kleine Julius redet viel und gerne. Er geht schwimmen und zum therapeutischen Reiten.

Julius hat sich prima entwickelt und zeigt eine ungeahnte Selbstständigkeit. „Er zieht sich alleine an, auch wenn die Klamotten nicht immer zusammen passen“, erzählt Mutter Stefanie aus dem Alltag. So plant der Neunjährige im Winter mal einen Ausflug in Boxer-Shorts, streift dafür aber im Sommer auch gerne mal die Skihose über. „In solchen Momenten merkst du, dass Julius entwicklungsverzögert ist.“ Und auch im Straßenverkehr gibt's Probleme. „Ich lasse ihn nicht allein zum Bus gehen, denn er kann die Gefahren noch nicht richtig einschätzen.“

Was Julius aber sehr gut kann, ist seinen Kopf durchsetzen und seine Gefühle ungefiltert und ehrlich ausdrücken. „Das ist nicht immer einfach, macht aber Mut“, erklärt die Mutter, die sich mit Ehemann Carsten wünscht, dass Julius später mit Freunden in einer betreuten Wohngemeinschaft leben und einen „normalen“ Job lernen soll. Freunde, die hat Julius, vor allem an der Förderschule in Holzwickede. „Dort ist er sehr glücklich“, berichtet die Mutter. Dabei sollte er eigentlich auf eine integrative Schule gehen, das kam jedoch nicht zustande. „Der Kontakt zu ‚normalen‘ Kindern fehlt natürlich. Das war im Kindergarten anders“, klagt die Mutter. Daher hat sie mit der Diakonie die Gruppe „Snappen“ ins Leben gerufen. Hier sollen behinderte und normal entwickelte Kinder miteinander spielen und dabei mögliche Berührungsängste abgebaut werden.

In der Familie ist Julius' Behinderung zum Alltag geworden. Besuch im Zoo, Shoppen, Fußball und Schmusen mit Labrador Lilli gehören für den Neunjährigen zur regelmäßigen Freizeitgestaltung. „Wir machen das, wozu wir Lust haben“, sagt der Vater. „Aber wir nehmen die kleinen Fortschritte bei Julius vielleicht doch etwas bewusster wahr als bei einem normal entwickelten Kind“, fügt die Mutter hinzu. 

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