Schwester entjungfert: Bruder nahm schlimme Rache

Landgericht Essen

Erst verschleppte er sein Opfer nachts in den Wald, dann nahm er eine Flasche und schmierte sie mit Creme ein: Vor knapp sechs Monaten hat ein Student aus Essen fürchterlich Rache für die Entjungferung seiner muslimischen Schwester genommen. Jetzt steht der 22-Jährige vor Gericht.

ESSEN

27.01.2016, 16:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte vor dem Essener Landgericht.

Der Angeklagte vor dem Essener Landgericht.

Es war die Nacht auf den 29. August 2015. Der Angeklagte hatte den Freund seiner Schwester unter einem Vorwand in sein Auto gelockt, dann ging die Fahrt zu einem einsamen Waldstück. Dort wurde das Opfer geschlagen, bedroht und sexuell erniedrigt.

"Vergwaltigungs-Szene" hat er gefilmt

"Ich wollte ihm Schmerzen zufügen", sagte der 22-Jährige zum Prozessauftakt vor dem Essener Schwurgericht. Einmal drohte er, seinem Opfer mit einer Spritze Urin zu injizieren, ein anderes Mal griff er zu einer Zange und einem Hammer. "Er sollte einfach nur Angst haben", sagte der Angeklagte den Richtern. Die "Vergewaltigungs-Szene" mit der Flasche wurde sogar gefilmt.

Zur Begründung sagte der 22-Jährige: "Ich habe den Film gemacht, um ihn zu erniedrigen. Und damit er die Entjungferung meiner Schwester nicht weiter herumerzählt."

Dritte Generation in Deutschland lebender türkischstämmiger Muslime

Er sei damals am Boden zerstört gewesen. "In unserem Kulturkreis gehört es sich außerehelicher Geschlechtsverkehr einfach nicht", sagte er den Richtern. Der 22-Jährige gehört allerdings schon zur dritten Generation in Deutschland lebender türkischstämmiger Menschen.

Sein Großvater war einst als Gastarbeiter eingereist. Seine Familie bezeichnete der Angeklagte zwar als gläubige Muslime, seine Schwester habe aber trotzdem nie ein Kopftuch getragen. "Sie war ganz normal gekleidet", sagte er den Richtern. Der Prozess wird fortgesetzt. Mitangeklagt sind zwei Freunde, die damals mit dabei waren.

 

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