Schwierige Vermittlung in Wohnungen

Flüchtlinge in Bochum

Rund 5000 Wohnungen stehen derzeit im Stadtgebiet leer – das jedenfalls schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel in einer Mitteilung. Diese Wohnungen sollen seinem Wunsch nach verstärkt für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden. Doch so einfach ist das nicht, wie aus dem Bericht zweier Mitarbeiterinnen des Übergangsmanagments im Sozialausschuss hervorgeht.

BOCHUM

, 14.09.2015, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schwierige Vermittlung in Wohnungen

Das Haus an der Bessemer Straße soll eine neue Unterkunft werden.

Vier Mitarbeiterinnen von Ifak, Caritas, der Diakonie und der AWO unterstützen seit April die Stadt bei der Flüchtlingsarbeit und versuchen die in Bochum untergebrachten Menschen auf Privatwohnungen zu verteilen. Bis Ende Juli betreute das Übergangsmanagment 178 Personen, darunter zahlreiche Einzelpersonen, aber auch kinderreiche Familien.

Die Suche nach Wohnungen ist schwierig – und die Gründe dafür liegen gleichermaßen auf der Vermieter, aber auch auf der Mieterseite. Seitens der Wohnungsbesitzer scheitert die Zusammenarbeit mit dem Übergangsmanagment oftmals an Vorbehalten gegenüber den Flüchtlingen und dem problematischen Duldungsstatus.

Dem Bericht nach wollen Vermieter ungerne an Menschen vermieten, bei denen nicht klar ist, wie lange sie überhaupt in Deutschland bleiben dürfen. Hinzu kämen Sorgen um die Abwicklung der Kaution und die Integration in die Hausgemeinschaft bei Mehrfamilienhäusern.

Hoher Sanierungsbedarf

Seitens der Flüchtlinge wiederum nennt das Übergangsmanagment durchaus sehr deutlich die „oft hohe Anspruchshaltung“ als ein Problem. Nach den kurzen Wegen innerhalb der Aufnahmelager und Übergangsheime wollten die Menschen diese Sozialstruktur auch bei den Wohnungen wiederfinden. Zudem gingen teilweise die Vorstellungen über Wohnungsgröße und Raumaufteilung nicht mit dem konform, was machbar wäre.

Doch auch das Übergangsmanagment selbst will nicht jede Wohnung vermitteln. Besonders sanierungsbedürftige würden den Mitarbeiterinnen zwar oft angeboten, doch um diese bezugsgerecht zu sanieren, fehlt es dem Übergangsmanagment an Geld und Personal. Begrenzt wird die Verteilung auf Wohnungen aber auch schon aus ganz pragmatischen Gründen. So gibt es zum Beispiel gar nicht genügend Gebrauchtmöbel um jede leerstehende Wohnung ausstatten zu können.

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