Sebastian Fitzek sah sein Buch aus einem neuen Blickwinkel

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Nach der Uraufführung von "Passagier 23" nahm sich Autor Sebastian Fitzek Zeit für ein kurzes Interview über das Stück und sein Buch.

CASTROP-RAUXEL

, 10.10.2016, 13:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sebastian Fitzek sah sein Buch aus einem neuen Blickwinkel

Autor Sebastian Fitzek kam zur Premiere seines Stücks „Passsgier 23“ in Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel.

Was war ihre Reaktion, als Sie hörten, das WLT wolle "Passagier 23" spielen? Mein erster Gedanke: Wie soll das gehen? Der zweite: Okay, ein Schiff ist zum Teil auch Kammerspiel, aber was ist mit anderen Ebenen? Das Buch spielt auch in Städten - da bin ich mal gespannt. Natürlich habe ich mich gefreut über das Vorhaben, ich fand es sehr ambitioniert.

 

Was ist es für ein Gefühl, sein "Kind" in fremde Hände zu geben? Man hat sicher eine gewisse Restkontrolle. Die Frage ist, wie man sie wahrnimmt. Theater ist eine eigene Kunst, ich tendiere dazu, Profis der Bühne ihre Arbeit machen zu lassen. Ich habe keine Theaterpraxis, ich kenne es als Zuschauer. Man hat mir Christian Scholzes Textfassung geschickt.

Dazu habe ich lediglich kleine Anmerkungen gemacht und mir bewusst gesagt: Als unerfahrener Koch werde ich nicht den Brei verderben.

 

Sie haben Erfahrung mit Adaptionen ihrer Romane für Bühne und Film. Frustrierend war es nicht? Oh, nein. "Der Seelenbrecher" wurde viel gespielt, "Die Therapie" hatte kürzlich Premiere. Dort hielt ich es wie mit Castrop-Rauxel: Ich mische mich nicht ein. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, die Bühne zu bauen wie am WLT und sie so facettenreich zu nutzen. Wer den Roman kennt, erlebt einen neuen Blickwinkel. Ah, so haben Theaterleute das interpretiert! Eben das gefällt mir, dass der Stoff anders weiterlebt. Ich bin wie ein Papa, der sein Kind auf Klassenfahrt schickt und wartet, mit welchen Eindrücken es zurück kommt.

Es freut mich, dass viele sich mit meinem Buch beschäftigt haben, beim Proben, in der Arbeit am Timing. Bei Thriller und Komödie entscheidet das Timing. Ich habe beim Schreiben zuhause schön gemütlich Kaffee getrunken, andere geben sich solche Mühe. Ein bisschen stolz macht mich das schon.

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