Sechsjähriger noch immer in Lebensgefahr

Illegales Rennen in Hagen

Weiterhin besteht große Sorge um das Leben des sechsjährigen Jungen, der in Hagen Opfer eines illegalen Autorennens geworden ist. Die Gewerkschaft der Polizei fordert Konsequenzen - und ein härteres Vorgehen gegen die Täter, gegen die am Samstag Haftbefehl erlassen wurde.

HAGEN

21.05.2016, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rettungskräfte untersuchen den Unfallort in Hagen.

Rettungskräfte untersuchen den Unfallort in Hagen.

Nach dem schweren Unfall bei einem illegalen Autorennen in Hagen schwebt ein sechs Jahre alter Junge nach wie vor in Lebensgefahr. Sein Zustand sei unverändert, sagte am Samstag ein Sprecher der Polizei. Gegen die beiden Tatverdächtigen wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Der Junge hatte mit seiner elfjährigen Schwester und seiner Mutter in einem Wagen gesessen, als am Donnerstagabend ein mutmaßlicher Raser plötzlich auf ihre Fahrbahn geschossen war und einen Frontalzusammenstoß verursacht hatte.

33-Jährige flüchtet erst und stellt sich später der Polizei

Die Polizei wirft dem 46-jährigen Fahrer vor, sich mit einem 33 Jahre alten Mann ein illegales Rennen geliefert zu haben. Schwester und Mutter des Sechsjährigen sowie der Fahrer eines weiteren Wagens wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Der 46-Jährige brach sich bei der Kollision ein Bein. Der an dem Rennen beteiligte 33-Jährige flüchtete zunächst, stellte sich aber später der Polizei.

Der Unfall ereignete sich in unmittelbarer Nähe des Hagener Polizeipräsidiums. Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli sagte am Samstag, für die mutmaßlichen Raser komme „die Verhängung von Freiheitsstrafen in Betracht“.

Illegale Rennen stellten Gefahr für die Allgemeinheit dar

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert ein härteres Vorgehen der Justiz gegen Raser. Auf die Frage, wo die Entschlossenheit der Justiz bleibe, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek auf RN-Anfrage: „Solche illegalen Rennen stellen eine Gefahr für die Allgemeinheit dar. Das ist nicht hinnehmbar und muss strenger bestraft werden. Jemand, der bei einem solchen Wahnsinn einen Menschen tötet, darf nicht als freier Mann mit einer Bewährungsstrafe aus dem Gerichtssaal gehen.“ Sonst bestehe eine noch höhere Wiederholungsgefahr. „Die Gerichte müssen ein deutliches Signal setzen“, forderte Radek.

Gericht bleibt unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft

In einem Prozess um den Tod einer Radfahrerin bei einem illegalen Autorennen in Köln waren kürzlich zwei junge Männer zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Mit dem Urteil war das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft geblieben. 

von dpa

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