Seehofer will Grenzkontrollen in Corona-Krise ausweiten

Coronavirus

In Deutschland gelten wegen der Corona-Krise Einreisebeschränkungen derzeit an fünf Grenzen. Nun plant Innenminister Seehofer nach einem Bericht eine Ausweitung der Kontrollen.

Berlin

03.04.2020, 18:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Grenzkontrollen zu den deutschen Nachbarländern sollen wegen der Corona-Krise ausgeweitet werden.

Die Grenzkontrollen zu den deutschen Nachbarländern sollen wegen der Corona-Krise ausgeweitet werden. © picture alliance/dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant in der Corona-Krise nach einem Medienbericht eine Ausweitung der Grenzkontrollen. Wie der „Spiegel“ berichtet, wolle das Corona-Kabinett den Vorschlag des Ministers am Montag diskutieren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur überlegt Seehofer schon seit einigen Tagen, ob es sinnvoll sein könnte, auch an den restlichen Grenzen Kontrollen einzuführen. Bislang gibt es dazu allerdings noch keinen Konsens in der Bundesregierung. Aktuell gebe es keine Veranlassung, die bestehenden Kontrollen zu ändern, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag in Berlin.

Laut dem Bericht plädiert Seehofer auch dafür, eine Quarantäne-Pflicht für alle einzuführen, die per Flugzeug in Deutschland ankommen. Derzeit kommen täglich 20.000 Menschen aus Drittländern nach Deutschland, die nach Ansicht des Innenministeriums das Coronavirus ins Land bringen könnten.

Grenzkontrollen an fünf deutschen Grenzen

Im Zuge der Corona-Krise hatte Deutschland wie viele andere europäische Staaten die Grenzkontrollen wieder hochgefahren. So darf an fünf Grenzen der Bundesrepublik seit Mitte März nur noch einreisen, wer einen triftigen Grund hat.

Der „Spiegel“ berichtet weiter unter Berufung auf Regierungskreise, dass Seehofer die Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark nun um Kontrollen an den Grenzen nach Polen, Tschechien, Belgien und in die Niederlande erweitern will.

In den bislang von Kontrollen betroffenen fünf Ländern seien bislang rund 60.000 Menschen zurückgewiesen worden, die keinen triftigen Grund zur Einreise angeben konnten, berichtete „Spiegel Online“ unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

RND/das

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