Sehnsuchtsorte in sieben Künstlerkolonien

Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Nur 145 Kilometer ist Schwaan von Hiddensee entfernt. Eigentlich war das auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts keine unüberbrückbare Entfernung. Aber die Künstler blieben in ihren Kolonien lieber unter sich, erfanden dort einen eigenen Stil und "Sehnsuchtsorte". 80 Arbeiten von 40 Malern aus sieben norddeutschen Künstlerkolonien präsentiert das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm ab Sonntag in der Ausstellung "Lieblingsorte - Künstlerkolonien von Worpswede bis Hiddensee".

HAMM

, 15.12.2016, 16:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sehnsuchtsorte in sieben Künstlerkolonien

Fritz Mackensen hat in Worpswede das dörfliche Leben in der Natur gemalt.

80 Arbeiten von 40 Malern aus sieben norddeutschen Künstlerkolonien präsentiert das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm ab Sonntag in der Ausstellung "Lieblingsorte - Künstlerkolonien von Worpswede bis Hiddensee".

Auf dem Boden weisen Schilder den Weg zur nächsten Kolonie - und von jedem Abteil in dem mit Stellwänden gegliederten großen Saal können die Besucher einen Blick auf das werfen, was die Maler in den anderen Kolonien von etwa 1870 bis 1930 inspiriert hat. Am Schluss hängen sieben "Sehnsuchtsorte" aus allen Kolonien nebeneinander, so dass man schön vergleichen kann. Und Fotos der Dörfer zeigen die Landschaft heute.

"Malweiber von Worpswede"

Worpswede ist sicher die bekannteste Künstlerkolonie. Einer der fünf Gründerväter war Fritz Mackensen, der mit ländlichen Natur-Idyllen neben den märchenhaften Frauenbildern von Heinrich Vogler vertreten ist.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Künstlerkolonien im Gustav-Lübcke-Museum Hamm

Sieben Künstlerkolonien stellt das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm in einer großen Ausstellung mit 80 Arbeiten von 40 Künstlern vor. Viele der Künstler haben Sehnsuchtsorte gemalt.
15.12.2016
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Ortsschilder auf dem Boden weisen den Weg von Künstlerkolonie zu Künstlerkolonie.© Foto: Gaß
Hermine Overbeck-Rohte aus Worpswede: "Sonnenbeschienener Weg".© Foto: Overbeck-Museum Bremen
Fritz Overbeck aus Worpswede: "Birken vor Kornfeld", um 1892.© Foto: Gustav-Lübcke-Museum Hamm
Arthur Borghard aus Ferch: "Bauerngehöft am Kornfeld".© Foto: Gustav-Lübcke-Museum Hamm
Heinrich Vogeler aus der Kolonie Worpswede: "Martha von Hembarg".© Foto: Worpweder Museumsverbund
Rudolf_Bartels: Obstbaumblüte in Schwaan.© Foto: Kunstmuseum Schwaan
Franz Bunke: Schwaan im Morgennebel.© Foto: Kunstmuseum Schwaan
Bertha Schütz: "Ansicht von Gilge" aus dem Jahr 1910 in der Künstlerkolonie Nidden.© Foto: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg
Carl Malchin aus Ahrenshoop: Gewitterstimmung aus dem Jahr 1917.© Foto: Fotoagentur Nordlicht
Arbeiten aus der Künstlerkolonie Nidden.© Foto: Gaß
Die Ortsschilder auf dem Boden führen durch die Ausstellung im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm.© Foto: Gaß
In der letzten Station der Ausstellung sind die Lieblingsorte von Künstlern aus allen sieben Kolonien zu sehen.© Foto: Gaß
Fritz Mackensen hat in Worpswede das dörfliche Leben in der Natur gemalt. © Foto: Gaß
Eine Karte zeigt, wo die Künstlerkolonien in Norddeutschland waren.© Foto: Gaß
Heinrich Blunck aus der Künstlerkolonie Heikendorf: "Blick auf Bülk".© Foto: Künstlermuseum Heikendorf
Karl Lorenz Rettich hat in der Künstlerkolonie Ahrenshoop gemalt._© Foto: Fotoagentur Nordlicht
Max Heilmann aus der Kolonie Nidden:_"Das Tal des Schweigens südlich von Nidden".© Foto: Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg

Die Landschaftmalerei von Paula Modersohn-Becker hat neben der Kunst der verspotteten "Malweiber von Worpswede" eine Ausnahmestellung.Ganz anders war das in Hiddensee, wo die Frauen dominierten und auf der "Insel der Aussteiger" wunderschöne Badeszenen malten.

Geheimtipp Heinkendorf

Nidden (im heutigen Litauen), Schwaan (das mecklemburgische Worpswede), Ferch (im Havelland) oder Ahrenhoop (das Studiendorf der Waldmaler) sind fast unbekannte Künstlerdörfer, in denen die Maler auch einen Elch auf der Leinwand röhren ließen. Und ein Geheimtipp war schon damals Heinkendorf an der Kieler Förde, die jüngste Kolonie, in der sich ab 1923 Spätimpressionisten und Expressionisten um Heinrich Blunck niederließen.

Vielfältig ist der bislang einzigartige Überblick über die Kolonien - und eine faszinierende Einladung zu einer Reise zu sehr unterschiedlichen Lieblingsorten der Künstler. Die sehenswerte Ausstellung ist ein Abschiedsgeschenk von Museumsdirektorin Friedrike Daugelat, die nach vier Jahren als Referentin zum LWL wechselt.

"Lieblingsorte - Künstlerkolonien von Worpswede bis Hiddensee", 18.12. (Eröffnung um 11.30 Uhr mit kostenlosen Kurzführungen) bis 21.5., Neue Bahnhofstraße 9, Di-Sa 10-17 Uhr, So 10-18 Uhr.