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9-jähriger Selmer bewirbt sich als Notfallsanitäter beim DRK - und erweicht die Herzen

Süße Bewerbung

Eine nicht alltägliche Bewerbung ging beim Kreisverband Lünen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein - der 9-jährige Julien aus Selm will Notfallsanitäter werden.

Selm

, 20.12.2018
9-jähriger Selmer bewirbt sich als Notfallsanitäter beim DRK - und erweicht die Herzen

Julien Kracht (2.v.l.) hinterließ mit seiner Bewerbung zum Notfallsanitäter und seinem Notfallrucksack großen Eindruck. © Foto: Beuckelmann

Auf die Ausschreibung für die Stelle zum Notfallsanitäter hat sich Julien Kracht (9) aus Selm beworben. Er bekam die Chance für ein Vorstellungsgespräch im DRK Service-Center an der Kupferstraße und hinterließ mit seiner Bewerbung, handgeschriebenem Anschreiben, Zeugnissen und Nachweisen einen tollen Eindruck.

So etwas hatten Dennis Hertel, Leiter des Rettungsdienstes, sein Stellvertreter Marco Ullmann und der hauptamtliche Vorstand Matthias Stiller noch nicht erlebt. Julien kam mit seinem Vater zum Bewerbungsgespräch und brachte seinen eigenen Notfallrucksack mit. „Der ist ja fast besser als unser“, staunten die Experten über die Ausstattung: Beatmungsbeutel, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät, Stethoskop sowie ein Gerät zur Messung von Sauerstoffgehalt und Puls.

Fortbildung

„Ich und mein Freund haben einen eigenen Sanitätsdienst“, sagte Julien, der beim DRK-Chef Blutdruck und Sauerstoffsättigung checkte. „Das war ein ganz tolles Anschreiben“, lobte der Vorstand die Unterlagen und bat Julien, sich vorzustellen. „Ich interessiere mich hauptsächlich für Erste Hilfe und spiele Violine. Ich habe in der Zeitung gestöbert und die Anzeige gelesen, da haben meine Augen natürlich geleuchtet“, so Julien, der im März bei seinem Zahnarzt an einer Fortbildung zum Thema Notfallmanagement in der Praxis inklusive Reanimation teilgenommen hat und ein Zertifikat bekam. Zudem wurde er an der Kinder-Uni am Helios Klinikum Duisburg mit dem Junior-Medizin-Diplom ausgezeichnet. „Das ist schon kein Spielen mehr“, beschrieb Manuel Kracht das Interesse seines Sohnes an der Notfallmedizin, um Menschen zu helfen.

Ob Fragen zum Notruf oder zu Notfallsituationen, Julien konnte sie perfekt beantworten. „Wir sind schwer begeistert von Dir“, so Rettungsdienstleiter Dennis Hertel. Am liebsten hätte das DRK den Neunjährigen sofort aufgenommen, eine Ausbildung zum Notfallsanitäter ist aber erst ab 16 Jahren möglich. Mit zehn Jahren könne Julien in die neue Jugendgruppe in Lünen aufgenommen werden, so Vorstand Matthias Stiller. Er überreichte Julien einen Miniatur-RTW, ein Zertifikat und lobte seinen Einsatzwillen. Der Vorstand bedauert, dass es derzeit zu wenig Ausbildungsstellen gebe und der Fachkräftemangel in Gesundheitsberufen ein Problem sei. Zwei bis drei Notfallsanitäter oder Rettungsassistenten sucht das DRK noch.

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