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Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

Jahresrückblick

Was war 2018 in Selm wichtig? Wir haben auf das Jahr zurückgeblickt und die wichtigsten Themen des Jahres noch mal aufgegriffen.

Selm

, 29.12.2018
Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

© Jürgen Weitzel

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“, schrieb einst Hermann Hesse. Der Zauber des Jahres 2018 kam dagegen eher wie schwarze Magie daher, nicht zart säuselnd, sondern mit Knalleffekt: Ein Silvester-Böller verirrt sich auf dem Weg in den Nachthimmel, wo er böse Geister vertreiben soll, in ein Wohnhaus. Das Feuer, das er auslöst, macht die Doppelhaushälfte unbewohnbar, Eltern und zwei Kinder können sich zum Glück rechtzeitig ins Freie retten.

Kaum ist es eine Viertelstunde alt, hat das neue Jahr klargemacht: Mit ihm ist nicht zu spaßen. Dafür braucht es nicht eines Blicks in die Glaskugel. Einer in den Himmel genügt schon, besonders am 18. Januar. Orkantief Friederike reißt in Bork einen Dachgiebel ein, lässt in Selm einen Baum auf ein Auto krachen.

In unserem Jahresrückblick haben wir auf weitere Themen geschaut, die 2018 in Selm wichtig waren.

Aktive Mitte: Ein Name ist Programm

Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

Auf den ersten Blick hat der Campus Süd die Feiern zum Stadtfest unbeschadet überstanden. © Arndt Brede

Nirgendwo in Selm ist die Stadtentwicklung deutlicher zu sehen, als im Plangebiet der Aktiven Mitte. Nehmen wir mal das Beispiel der Campusplätze. Der Campus Süd, also der Bereich des alten Stadions und des Gymnasiums, hat komplett sein Gesicht verändert. Platte für Platte entstand ein Platz. Ein richtiger Platz. Mit Bäumchen, mit Laternen, mit Wasserfontänen und Spielgeräten.

Er wird einmal dauerhaft Ort der Begegnung werden. Seine Feuertaufe hat er bereits in diesem Jahr bestanden und Selm eine Premiere gebracht. Denn erstmals in der Geschichte der Selmer Stadtfeste fanden die großen Musikveranstaltungen nicht direkt im Selmer Zentrum am Bürgerhaus statt, sondern etwas dezentral. Aber immerhin im Geltungsbereich der Aktiven Mitte. Auf dem Campusplatz Süd nämlich.

Das große Zelt mit Stars wie Culcha Candela trug der Platz ebenso wie die Massen von Besuchern am Stadtfest-Freitag und -Samstag. Schon im Vorfeld des Stadtfestes hatten die Wasserfontänen aus dem Boden ihren ersten Auftritt. Gelungen.

Und wo die Bauarbeiter schon mal im Flow waren, packten sie auch gleich den Campus Nord an. Der neue Umkleidetrakt an der Sparkassen-Arena wuchs und wuchs. Der Skatepark nahm ständig Form an und konnte früher als gedacht, nämlich kurz vor dem Stadtfest, eröffnet werden. Auch wenn es Probleme mit Vandalismus und Vermüllung gab und gibt und der Platz im Dezember wegen Schäden gesperrt werden musste: Die Resonanz, die täglich zu erleben ist, zeugt davon, dass die Entscheidung, den Skatepark bauen zu lassen, richtig war.

Noch etwas warten müssen die Besucher des Jugendzentrums Sunshine. Das entkernte Gebäude wird bald umkonzipiert und umgestaltet, sodass das Jugendzentrum sich in das Gesamtbild am Sandforter Weg einfügt.

Dann ist auch wahrscheinlich der Übergang von einem Campusplatz zum anderen fertig. Inklusive Stangenwald.

Neben den Orten der Begegnungen, die die beiden Campusplätze sein sollen, sollen sie auch – zumindest auf dem Campusplatz Süd Orte des Wohnens sein. Die Stadt hat mit dem Bauverein zu Lünen und der Wohnungsbaugenossenschaft zwei Partner gefunden, die dort mehr als 100 Wohnungen schaffen. Inklusive innerer Erschließung und Tiefgarage.

Um dieses neue Baugebiet zu verwirklichen, musste übrigens das Heimathaus abgerissen werden. Der Heimatverein hat mittlerweile an der südlichen Kreisstraße ein Übergangsdomizil gefunden, ehe er 2020 in die dann zum Bürgerzentrum umgebaute Burg Botzlar zieht.

Ganz in der Nähe des künftigen Baugebiets am Campus Süd, in Höhe der Overberg-schule, tut sich auch einiges. Besser: Tat sich einiges. Die neue Bushaltestelle für das Schulzentrum ist fertig geworden. Weil aber die VKU den Busverkehr über komplizierte Umwege leiten müsste (wegen des Kreisstraßenumbaus), wird die Bushaltestelle erst 2019 in Betrieb gehen.

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Während all die Arbeiten zur Aktiven Mitte laufen, wie zum Beispiel zum Neubau der Zweifachturnhalle und zum Umbau der Dreifachhalle, haben die Erdarbeiten für den Auenpark bereits begonnen. Die Renaturierung des Selmer Bachs gehört zu den Projekten Selms, die für die Öffentlichkeit eher unbemerkt laufen. Es sei denn, man ist Anwohner des Grünen Wegs, wo die Bagger unaufhörlich schaffen. Oder man ist Autofahrer, der die Münsterlandstraße häufig benutzt. Dann kommt man an Tempo 30 nicht vorbei. Wegen der Baustellenzufahrten zum Auenpark.

Der Abriss der Lutherschule: Und plötzlich ist alles weg

Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

Von der Lutherschule ist nichts ürbig geblieben. © Günther Goldstein

Mehr als 100 Jahre lang stand in Beifang – genauer: in der Schulstraße – ein Gebäude, in dem Generationen von Selmern Unterricht hatten. Die Rede ist von der Lutherschule. Irgendwann in den 2000er Jahren wurde die Schule nicht mehr genutzt. Schülerschwund war die Begründung für die Schließung. Was schon damals vielen Menschen nicht gefallen hat. Nichtsdestotrotz: Das Gebäude stand leer. Übergangsweise war mal eine Kita dort untergebracht.

Die Stadtspitze war bemüht, Investoren für eine Nachfolgenutzung zu finden. Fehlanzeige. Zunächst. Denn mit der Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) mbH fand sich ein Unternehmen, das bereit war, die Bedingung der Stadt zu erfüllen: Erhalt des Gebäudes und Umnutzung für Wohnraum.

Lange tat sich danach nichts. Dann die Überraschung: Die UKBS verkündete den Selmer Politikern, es sei nicht wirtschaftlich, das Gebäude zu erhalten. Abriss und Neubau seien das Gebot der Stunde. Proteste zunächst unter den Politikern. Dann der Auftrag an die UKBS, nach einer anderen Lösung zu suchen.

Doch zum Referat der UKBS mit neuen Plänen vor den Politikern kam es nicht mehr. Im Juli tagte der Rat, diskutierte zunächst im öffentlichen Teil der Sitzung über Für und Wider Abriss des Gebäudes der ehemaligen Lutherschule. Um im nicht-öffentlichen Teil, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mehrheitlich die Erhaltungsklausel im Vertrag mit der UKBS zu kassieren. Folge dieser Entscheidung: Der Weg zum Abriss war frei. Eine Abrissgenehmigung folgte zügig. In einer Bürgerversammlung informierte Bürgermeister Mario Löhr die Öffentlichkeit. Da waren aber schon die Bagger angerückt.

Unterdessen hatten sich Gegner des Abrisses aufgemacht, ein Bürgerbegehren einzuleiten, um den Ratsbeschluss mittels Bürgerentscheid zu kippen.

Ihre Argumente, die sie anbrachten, gefielen vielen. Die Abrissgenehmigung sei viel zu schnell erteilt worden. Es habe nicht die Gutachten gegeben, die man für einen Abriss benötige. Die Gegner des Abrisses schalteten das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen ein, um per einstweiliger Verfügung Zeit zu gewinnen. Denn schnell wurde klar: Es würde einen Wettlauf mit der Zeit geben. Der Versuch auf der einen Seite, ein Bürgerbegehren in Gang zu bringen und die notwendige Zahl der Unterschriften zu bekommen, stand dem Interesse der UKBS auf der anderen Seite entgegen, das ehemalige Schulgebäude zügig abzureißen.

Die kleine Gruppe von Abrissgegnern sammelte Unterschriften und bekam die ausreichende Anzahl zusammen. In einer Ratssitzung gaben die Selmer Politiker dem Bürgerbegehren statt. Nun sollte innerhalb von drei Monaten der Bürgerentscheid die endgültige Entscheidung bringen. Doch die UKBS berief sich auf die städtische Abrissgenehmigung ... und ließ das Gebäude abreißen.

Während also der Bürgerentscheid in Sichtweite war, war das Objekt des Entscheids bereits Geschichte.

Nun fuhren die Abrissgegner noch mal Geschütze auf. Sie schalteten die Kommunalaufsicht ein, ließen die Rechtmäßigkeit des Handelns von Stadt und UKBS prüfen. Wohl wissend, dass an den Fakten des Abrisses nicht mehr zu rütteln war. Die Abrissgegner sahen ein, dass sie zwar demokratisch erfolgreich waren, indem sie den Bürgerentscheid auf den Weg gebracht hatten, dass das Recht aber nicht die Realität hatte stoppen können. Was folgte, war eine Zeremonie, in der die Gegner Kopien der Unterschriftenlisten direkt vor dem Gebäude der ehemaligen Lutherschule verbrannten. Die UKBS wird auf der nun freien Fläche Wohnraum schaffen. In dann neu errichteten Gebäuden.

Der Ortsteil Bork: Auf der Suche nach der Mitte

Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

Der Kirchring von Bork: Einige Häuser gegenüber der Kirche St. Stephanus sind schon im Eigentum der Stadt Selm. © Sylvia vom Hofe

Vor gerade mal 45 Jahren war am Borker Marktplatz ein Mehrfamilienhaus hochgezogen worden. Wohnungen, Geschäfte: Was ein Marktplatz so braucht, war geboten. Im Jahr 2018 ist das Haus schon wieder Geschichte. Die Bagger machten den Platz dem Erdboden gleich. Bald soll diese Lücke aber wieder durch ein Altenwohnheim gefüllt werden.

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Aber ist ein Altenwohnheim so prägend, dass man den Platz als Ortsmitte bezeichnen könnte? Die Borker sind uneins. Einige sagen ja, andere nein. Der Kirchplatz steht als Mitte zur Diskussion. Die Interessengemeinschaft Borker Bürger (IGBB) hat im November ihre Pläne für Bork vorgestellt. Im Stadtentwicklungsausschuss erklärt der Sprecher der überparteilichen Arbeitsgruppe Norbert Wesselmann den mehrheitlichen Wunsch der IGBB: „Komplettabriss.“ Der sogenannte Kirchring solle aber dennoch erhalten bleiben – nur in anderer Form.

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Klar ist: Es wird weitere Veränderungen geben in Bork. Einige sind schon sichtbar. So ist das Haus neben der Gaststätte Alt Bork abgerissen worden. Hier soll neuer Wohnraum entstehen. Die Katholische Öffentliche Bücherei musste weichen und zog zurück ins Pfarrheim an der Weiherstraße.

Gewichen ist auch der örtliche Edeka-Markt. Als Konsequenz angesichts der neuen Konkurrenz nur wenige Hundert Meter entfernt.

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Dort, am Kreisverkehr, entstand ein neues Nahversorgungszentrum. Borker, aber auch Berufspendler halten dort und kaufen ein.

Nach und nach wächst auch das neue Wohn- und Geschäftshaus an der abknickenden Vorfahrt Haupt-, Waltroper Straße. Auch wieder ein markantes Gebäudeensemble. Und die erste Fahrradstraße Selms kommt.

Eher verborgen von allen Aktivitäten ist das neue Wohnbaugebiet am Friedhof in Bork im Jahr 2018 baureif geworden.

Der Verkehr in Selm: Die Entdeckung der Langsamkeit

Das war das Jahr 2018 in Selm: Ein Rückblick auf die wichtigsten Themen

Von der Netteberger Straße aus war zeitweise das Abbiegen auf die Werner Straße nicht möglich. © Arndt Brede

Staus, Sperrungen, Temporeduzierung. Damit ist kurz auf den Punkt gebracht, was die motorisierten Verkehrsteilnehmer erlebten und noch erleben.

Knackpunkt Nummer 1: die Kreisstraße. Der zweite Bauabschnitt des Umbaus der

B 236 im Selmer Zentrum ist zwar im Laufe des Jahres freigegeben worden. Aber durchfahren von Norden nach Süden und umgekehrt können die Fahrzeuge noch nicht. Erst wieder ab Mai/Juni 2019. So lautet jedenfalls die Prognose der Stadt. Und so werden so manche Auto- und Transporterfahrer nach wie vor durch Nebenstraßen schleichen, statt die Umleitung über den Zeche-Hermann-Wall zu nutzen.

Knackpunkt Nummer 2: der Sandforter Weg. Dort war von vornherein geplant, im Zuge des Baus der beiden Campusplätze einen Übergang zu schaffen. Dazu sollte eine Sperrung notwendig sein. Der Sandforter Weg sollte erst gesperrt werden, nachdem die Bauarbeiten zur neuen Zweifachturnhalle am Gymnasium gelaufen sein sollten. Aus logistischen Gründen wurde die Sperrung dann vorgezogen. Mit zeitlicher Verzögerung kam sie dann auch. Umleitungen über Olfener Straße und Römerstraße sorgten für längere Wege der Verkehrsteilnehmer. Wobei so mancher die Sperrung ignorierte. Sperrbaken weg, und durchfahren. Die Straße ist wieder offen. Ärgerlich für Radfahrer ist, dass der Radweg auf die Straße führt.

Knackpunkt Nummer 3: die Südkirchener Straße. Ist sie jetzt gesperrt oder ist sie es nicht? Manchmal war die Antwort auf diese Frage von einem auf den anderen Tag schon wieder falsch. Monatelang kam es zu Sanierungsarbeiten. Dann wurde sie freigegeben. Vergessene Schilder sorgten für Verwirrung. Schulbusse und LKW bahnten sich Weg drumherum. Dann fehlten noch Leitplanken. Die Arbeiten zogen sich hin.

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Knackpunkt 4: die Werner Straße. Weiter ging es in diesem Jahr mit der Sanierung der Werner Straße. Auch dort, vor und hinter der Gaststätte „Zum alten Feld“, war Tempo 30 angesagt. Auch, als alles schon asphaltiert zu sein schien. Leitplanken, die fehlten, seien für das nach wie vor geltende Tempo-30-Gebot verantwortlich, hieß es. Von der Sanierung der Werner Straße war auch die Einmündung mit der Netteberger Straße betroffen. Sie musste ebenfalls gesperrt werden. Auch das bedeutete, dass Borker nicht mehr von der Netteberger Straße nach Werne oder Selm abbiegen konnten.

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Knackpunkt Nummer 5: die Münsterlandstraße. Das ist die Bundesstraße 236 zwischen dem Kreisverkehr Sandforter Weg und dem Kreisverkehr Olfener Straße. Dort galt mal eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70. Wegen Straßenschäden wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 50 herabgesetzt. Dann diese Nachricht: Ein Jahr lang darf dort nicht schneller als 30 Stundenkilometer gefahren werden. Der Grund: Für die Arbeiten am Auenpark sind auf der Münsterlandstraße zwei Baustellenzufahrten eingerichtet worden. Zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer müsse dort Tempo 30 gelten, sagt die Stadt.

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