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Hohe Musikkunst weckt Emotionen beim Publikum des WiKult-Konzerts

WiKult-Konzert

Ein Glanzlicht am trüben Novembertag: Am Freitagabend präsentierte der Wirtschafts- und Kulturförderverein (WiKult) sein 21. Konzert mit kammermusikalischen Inhalten. Und mit Emotionen.

Selm

, 03.12.2018
Hohe Musikkunst weckt Emotionen beim Publikum des WiKult-Konzerts

Karina Buschinger (l., Violine) und Aline Saniter (Viola) bereicherten das Konzert. © Diethelm Textoris

Den Veranstaltern war es gelungen, mit Karina Buschinger (Violine), Aline Saniter (Viola) und Bernd Puschmann (Klavier) vielfach ausgezeichnete Solisten für einen unvergessenen Konzertabend im Bürgerhaus Selm zu verpflichten. Deren emotionales Spiel passte vortrefflich zum Abschied von den stillen Feiertagen zum Aufbruch in die nun beginnende heitere Adventszeit.

Duo zu dritt

„Es soll heute für Sie ein berauschender Abend werden.“ Mit diesen Worten begrüßte der Vereinsvorsitzende Helmut Jahnke das Publikum, und er versprach nicht zu viel. Schon der Programmtitel erweckte Neugier: „Duo zu dritt“. Geht das überhaupt? Werden sich vielleicht nicht nur die Musikfreunde, sondern auch die Mathematiker unter den Zuschauern gefragt haben. Die Lösung ist einfach: Die drei Künstler boten die einzelnen Musikbeiträge jeweils als Duo dar. Zu Beginn führten Aline Saniter und Bernd Puschmann mit den Old French Dances ins Frankreich des 17. Jahrhundert. Der Komponist Marin Marais, legendärer Gambist am Hofe Louis XIV, hatte seine Stücke zwar vornehmlich für sein eigenes Instrument geschrieben, die beiden Solisten bewiesen aber, wie vortrefflich sie auch auf anderen Instrumenten klingen kann. Ganz nebenbei zeigten Sie, dass auch das an sich nüchterne Bürgerhaus das Flair eines Barockschlösschens entfalten kann.

Von schwermütig bis heiter

Mozart ist vor allem für seine heiteren Musikstücke bekannt. Das von Karina Buschinger und Aline Saniter dargebotenen Streichduo für Violine und Viola in B-Dur beginnt im Adagio-Allegro trotz Dur-Tonart eher etwas schwermütig, spätestens beim Andante contabile und Tema con Variatione stellt sich aber die gewohnte Heiterkeit ein. Mit Fritz Kreislers Schön Rosmarin zeigten Buschinger und Puschmann gekonnt, wie der Komponist die Gefühlstiefe der alten Romantiker bis ins 20 Jahrhundert konserviert und weiterentwickelt hat.

Reise nach Spanien

Nach der Pause luden die beiden Solisten mit der Suite Populaire Espagnole von Manuel de Falla die Zuschauer zu einer Reise nach Spanien ein. Mit diesen eigentlich für Gesangsstimmen geschriebenen Stücken zeigten sie, dass sich mit der instrumentalen Umsetzung auf ganz andere Weise reizvolle Klangwelten auftun.

Hohe Musikkunst weckt Emotionen beim Publikum des WiKult-Konzerts

Die Schüler der Musikschule Selm mit ihrer Lehrerin Olga Schonurowa saßen beim Konzert in der ersten Reihe. © Diethelm Textoris

Im weiteren Programmverlauf gab es noch drei Madrigale für Violine und Viola von Bohuslav Martinů und eine Gartenszene sowie eine lustige Masquerade zu Shakespeare’s „Viel Lärm um Nichts“. Im Zugabenteil spielte Karina Buscher im Duett mit Bernd Puschmann einen von Kreisler bearbeiteten Tango so emotional unter die Haut gehend, dass sich beim Zuhören Sehnsuchtsträume entwickeln konnten.

Publikum spendet stehende Ovationen

Das Selmer Publikum war begeistert und spendete stehende Ovation. Bürgermeister Mario Löhr als Schirmherr zeigte durch seine Aufnahme der Musik und die Teilnahme bis zum Schluss, dass es sich für ihn um mehr als einen Pflichtbesuch handelte.

Musikschüler sind beeindruckt

Unter den Zuhörern waren auch 12 Schüler der Musikschule, die von ihrer Lehrerin Olga Schonurowa auf das Konzert vorbereitet worden waren. Der 13-jährige Michael Wedel schwärmte von der beschwingten Darbietung der Schön Rosmarin. Seine neunjährige Schwester Eva und die zehnjährige Cousine Stefanie waren fasziniert vom temporeichen Spiel der Violinistinnen bei Halversons Bearbeitungen eines Händel Themas. Gerhard Stenner sprach aus, was viele der erwachsenen Zuhörer dachten: „Es war ein qualitativ hochwertiges Konzert mit einer hervorragenden Musikauswahl. Das hat unserem Ortsteil wieder einmal richtig gut getan.“

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