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Narrenfreiheit für die Puppe

SELM Die Narrenfreiheit genießen, Gefühle offen zeigen, sich selbst völlig vergessen, Spaß haben, amüsant und fesselt vor Publikum sein, all das sollte ein guter Puppenspieler können. Einige Selmer wollten es ausprobieren.

30.11.2007

Wie man dies in die Realität umsetzt und passend in seinen privaten oder beruflichen Alltag einbauen kann, zeigte Olaf Möller bei seiner mitreißenden Mischung aus Auftritt und Vortrag in den Räumlichkeiten von "Spielen und Träumen".

Rund 50 Besucher hatten sich eingefunden, um aus unterschiedlichen Gründen das Puppenspiel zu erlernen, teils weil sie Erzieher oder Pädagogen sind, die in ihrem Beruf mit Puppen arbeiten oder auch einfach aus Spaß an der Sache. Und wie viel Spaß man haben kann, wenn man die Puppen tanzen lässt, wurde schon in den ersten Minuten deutlich, als der Puppenspieler seine "Lotta" zum Leben erweckte.

"Die Puppe darf viel weiter gehen als ich, ich gebe die Verantwortung an die Puppe ab und kann die Narrenfreiheit genießen. Alles was König Midas berührte wurde zu Gold, alles was die Puppe berührt wird zu Spiel", sagt der Theaterpädagoge Möller, der bereits seit Jahren mit dem Hersteller der "Living Puppets" Olaf Matthies kooperiert.

Spielwarenmesse in Nürnberg

Elisabeth Sandmann war auf der Spielwarenmesse in Nürnberg an einen Stand der Matthies Puppen gegangen, da sie die Puppen auch in ihrem Laden veräußert. Da sie selbst nicht wusste, was für ein Potenzial in ihnen steckt, sprach sie den Verkäufer an, der ihr riet, doch mal Olaf Möller zu bestellen.

Erfreut war Sandmann ob der großen Resonanz; die Gäste kamen nicht nur aus Selm. "Seine Methode ist einfach super und sehr anregungsreich. Er erklärt die Theorie sofort mit der Praxis, man erlebt direkt was er sagt.

"Der kann das", sagte der Erzieher Daniel Sandeck anerkennend, der mit seinen Kolleginnen aus dem Anne-Jacobi-Haus in Münster gekommen war. Wie gut der Diplom-Sozialpädagoge Möller eine Illusion aufbauen kann, wurde deutlich, als seine Puppe "Lotta" das Thema Brandschutz erläuterte und eine Wäscheklammer dem Publikum entgegenstreckte und fragte: "Was ist das?" Und die Besucher lauthals riefen: "Streichhölzer!"

Mit viel Freude ausprobiert

Mit viel Spielfreude erläuterte der 40-Jährige, nicht nur die Grundregeln des Puppenspiels, sondern gab eine Vielzahl an Erfahrungen weiter. "Gelobtes Land ist für mich, wenn es mir egal ist, was die anderen denken. Wenn ich spiele gibt es mich nicht mehr, sondern nur noch die Puppe", meinte der Schauspieler. Denn oft sei es für die Erwachsenen eine große Überwindung, die Stimme zu verstellen und zu spielen.

Dass sein Vortrag und seine Spielfreude die Menschen ansteckte, wurde in der Pause deutlich, denn plötzlich spielten Fremde gemeinsam mit Puppen und probierten, das Gelernte direkt aus. 

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