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Schrott-Häuser als Luxus-Immobilien ausgegeben

Mutmaßliche Betrüger vor Gericht

Unter dem Strich steht ein zweistelliger Millionen-Schaden: Ein 40-jähriger Dortmunder und seine "rechte Hand", ein 54-Jähriger aus Selm, sollen Schrott-Häuser als Luxus-Immobilien ausgegeben haben. Am Freitag begann vor dem Dortmunder Landgericht einer der aufwendigsten Prozesse der vergangenen Jahre.

DORTMUND/SELM

28.03.2014 / Lesedauer: 2 min

Er fuhr Ferrari und andere Sportwagen, betrieb in Dortmund die Diskothek „Justin’s“, die von Clubgängern in ganz Nordrhein-Westfalen überschwänglich gelobt wurde, und ließ es sich einfach gut gehen. Die Staatsanwaltschaft glaubt jedoch, dass das süße Leben des 40-jährigen Geschäftsmannes allein auf Lug und Trug aufgebaut war.  Zusammen mit seiner „rechten Hand“, einem 54-jährigen Mann aus Selm, soll der Unternehmer einen zweistelligen Millionenschaden angerichtet haben – im Wesentlichen mit dem An- und Verkauf so genannter Schrott-Immobilien. Während der Selmer am Freitag mit verkniffener Miene der Verlesung der Anklageschrift folgte, präsentierte sich der 40-jährige Dortmunder deutlich aufgeräumter.

Laut Anklage war der Trick ganz einfach: Zusammen mit seinem Kompagnon aus Selm erwarb der 40-Jährige heruntergekommene Wohnungen und Häuser zu einem Spottpreis und frisierte anschließend alle Unterlagen, die mit der Immobilie zu tun hatten. So sollen neue Wertgutachten erstellt, Mietverträge erfunden und Grundrisse neu gezeichnet worden sein. Auf dem Papier war die Immobilie später dann angeblich mehr als das Doppelte wert. Danach, so die Staatsanwaltschaft, suchte sich die Firma einen potenziellen Käufer und stattete auch diesen mit gefälschten Unterlagen aus. Nach den neuen Papieren verdiente der Interessent ausreichend Geld, um sich eine solche Wohnung leisten zu können, und verfügte zumeist auch über das nötige Eigenkapital.

In zahlreichen Fällen sollen diese Tricks ausgereicht haben, um die Banken zur Freigabe von Krediten zu bewegen, die den tatsächlichen Wert der Immobilien weit überstiegen. Mit dem so ergaunerten Geld machten sich die Angeklagten dann anscheinend ein schönes Leben. Das Verfahren vor der 33. Strafkammer gilt als eines der aufwändigsten der vergangenen Jahre. Schon jetzt sind Verhandlungstage bis Ende des Jahres terminiert. Der Aktenberg, den die Staatsanwaltschaft zusammengetragen hat, soll aus über 50.000 Seiten Papier bestehen.

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