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Schule auf dem Hof Spinne

SELM In sattem Grün stehen die jungen Pflanzen auf dem Acker. Der Bauer buddelt eine aus der Erde und zeigt: "Das ist Weizen. Man erkennt ihn an dem Rechtsdrall im Blatt." Mehr als 20 Augenpaare hängen an den Lippen und Händen des Landwirts.

von Von Matthias Münch

, 23.11.2007

Sie erfahren heute alles über den "Weg vom Korn zum Brot". Die Klasse 3b der Dortmunder Landgrafen-Grundschule ist zu Gast bei Wilhelm Spinne und Ingrid Nordhoff-Spinne in der Selmer Bauerschaft Buxfort.

Die Sonne strahlt so hell an diesem Novembertag, dass die Kinder draußen rumtoben möchten. Aber dann ist das Interesse doch so groß, dass alle nach dem Feldunterricht in die Halle gehen. Hier hat Landwirt Spinne einiges bereit gelegt: junge Getreidepflanzen und reife Ähren, Körner in Gläsern, unterschiedliche Mehlsorten und auch Unkräuter.

Winterweizen und Wintergerste

  "Welches Getreide kennt ihr?" fragt der Bauer. Etliche Arme gehen nach oben. Josef ruft: "Roggen", Moritz: "Hafer", Julius: "Weizen", David: "Gerste". Alles richtig. Einiges haben die Schüler schon vorab von ihrer Lehrerin Jutta Nolte gelernt. Nun erklärt Wilhelm Spinne noch vieles mehr über Winterweizen und Wintergerste, über Beschaffenheit, Pflege und Ernte des Getreides. Dann die wichtige Frage: "Woraus wird Brot gebacken?"

Natürlich aus Weizen und Roggen. Mit dieser Antwort geht es ab nach nebenan, wo Referendar Stefan Nass mit einigen seiner Schützlinge an einer kleinen Mühle Getreide zu feinem weißen Mehl zermahlt. Noch einen Raum weiter, in der Küche, hat die Bauersfrau schon aus Weizenmehl, Milch, Hefe und ein wenig Öl den Brötchenteig vorbereitet. Die Jungen bekommen Schürzen um. Die Mädchen wechseln zu Wilhelm Spinnes "Schulstunde" nach nebenan. Ihre Brötchen backen bereits im Ofen.

Brötchen duften im Backofen

Jedem Schüler gibt Ingrid Nordhoff-Spinne ein Stück Teig und zeigt, wie es geknetet wird: "Schön gleichmäßig, bis es wie ein runder Tennisball aussieht." Dann rollen alle ihre Kugeln in längliche Form und legen sie aufs Blech. Jedes Stück bekommt einen Schnitt, damit es nicht an der falschen Stelle platzt. "Jetzt bestreichen wir die Brötchen oben mit Milch", erklärt die Landwirtin: "So werden sie schön goldbraun."

Derweil duftet es verlockend aus dem Backofen. Die erste Ladung ist ausgebacken, die nächste kommt hinein. Als die Mädchen ihren Anschauungsunterricht bei Wilhelm Spinne beendet haben, sind auch die Brötchen der Jungen fertig.

"Jedes Kind bekommt eins mit nach Hause", verspricht das Landwirts-Ehepaar. Aber zu Hause kommen die meisten Brötchen gar nicht an. Eigentlich müsste der Tag nicht "Vom Korn zum Brot" heißen, sondern: "Vom Korn in den Magen."

  

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