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Selmer Pfadfinder sammeln immer weniger Bäume

Zahlen gehen zurück

Für die Selmer Pfadfinder ist es der wichtigste Arbeitseinsatz des Jahres: Tannenbäume einsammeln. Mehr als die Hälfte seiner Jahreseinnahmen erwirtschaftet der Stamm Selm durch freiwillige Spenden bei der Tannenbaumaktion - eine wichtige Einnahmequelle. Doch seit Jahren werden es immer weniger Bäume.

SELM

, 12.01.2015
Selmer Pfadfinder sammeln immer weniger Bäume

Fahrer Marvin Röder (r.) fuhr als Leiter eins von acht Fahrzeugen, mit denen die Pfadfinder die Tannenbäume in Selm abholten. In diesem Jahr waren es 3000 Stück, es werden jedoch weniger.

Etwa 3000 Bäume holten die Pfadfinder in diesem Jahr ab. Das ist eine stattliche Menge Material für das Osterfeuer, das die Pfadfinder jährlich organisieren. Doch es waren aber auch schon mal mehr Bäume: Philipp Jünemann (29), Vorsitzender des Selmer Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), schätzt, dass vor zehn Jahren noch gut ein Drittel mehr Bäume abgeholt wurden. Jahr für Jahr läuft die Sammlung am ersten Wochenende nach dem 6. Januar ab – und das nun schon seit 1981. 

Dabei ist die Sammelaktion durchaus wichtig, um Jugendarbeit mit den Pfadfindern zu betreiben oder um andere soziale Projekte zu finanzieren: Eine vierstellige Summe sei auch in diesem Jahr wieder an Spenden zusammengekommen, schätzt Philipp Jünemann (29), Vorsitzender des Selmer Stammes der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG). „Das ist schon ein großer Batzen“, sagt Jünemann – und mache mehr als die Hälfte dessen aus, was die Pfadfinder durch Arbeitseinsätze jedes Jahr erwirtschaften. Nicole Kohls, die bis 2010 zur Leiterrunde gehörte, bestätigte, dass es weniger Bäume gibt. Trotzdem würden auch Leute Geld spenden, bei denen es keinen Baum abzuholen gibt. „Dass die Spenden nachlassen, können wir nicht sagen“, erklärt Kohls.

Woran der Rückgang der Tannenbäume in Selm festzumachen ist, weiß Jünemann nicht genau, vermutet aber, dass Sparen und ein Bedeutungsverlust des Weihnachtsfestes als Gründe herhalten können. „Viele haben auf Plastiktannen umgesattelt. Die Leute sparen und sind nicht mehr bereit, so viel Geld für eine Nordmanntanne auszugeben. Dass christliche Feiertage an Bedeutung verlieren, ist auch bekannt. Obwohl Weihnachten da ja noch eine Sonderstellung hat.“ Nicole Kohls sieht ebenfalls finanzielle Probleme: „Viele verzichten aufgrund des Preises auf den Baum.“ Und sie sieht auch demographische Gründe: Da das Alter der Bevölkerung zunimmt, betreibe nicht mehr jeder Senior den Aufwand, einen Baum zu kaufen und zu schmücken. 

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