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Ternscher See entstand durch einen Unfall

Eine Frage zu Selm

Heute ist der Ternscher See insbesondere in den Sommermonaten Ausflugsziel für viele Camper und Badegäste. Doch wann wurde der Ternscher See eigentlich erbaut? Diese Frage stellte Leser Hans Nolte im Rahmen unserer Serie "Eine Frage zu Selm".

SELM

von Von Malte Woesmann

, 15.10.2012

Der See ist ein Nebenprodukt des Ausbaus des Dortmund-Ems-Kanals. Dieser wurde Anfang der 30er Jahre ausgebaut. Wo Flüsse die Strecke kreuzen, zum Beispiel in Olfen, mussten völlig neue Kanalführungen gebaut werden. Dafür wurden Sand und Lehm in Ternsche ausgehoben.

„1934 und 1935 war dies“, sagt Hubert May. Der heute 77-Jährige hat zwar den Aushub des Sees nicht bewusst mitbekommen, weiß aber von seinen Eltern, dass der See zu der Zeit ausgebaggert wurde. „Zuvor war hier überall nur Wald“, so Hubert May weiter.Dass der See wirklich ein See wurde, war eher ein Unfall. Beim Ausbaggern wurde eine Bodenquelle angestochen und die Grube lief voll Wasser – der Ternscher See war entstanden. Das Wasser kam sogar so schnell, dass nicht mehr sämtliche Baumaterialien geborgen werden konnten. So sollen noch heute auf dem Grund des Sees alte Schienen oder Loren liegen.

Zuvor waren bei den Aushubarbeiten unter anderem Mammutstoßzähne, Rhinozerosschädel und Rentierknochen gefunden worden. Während May den Aushub des Ternscher Sees nicht mitbekommen hat, wozu auch kaum historische Fotos vorliegen, weiß er noch genau, wann die ersten Häuser gebaut wurden. „1938 war dies.“ Drei Häuser waren es zunächst, die an einem Ufer erbaut wurden. Das erste Haus wurde von Hermann Sonne erbaut. Zunächst als Wochenendhaus genutzt, zog Familie Sonne 1942 nach der Bombardierung Dortmunds nach Selm. Sohn Hermann Sonne bewohnt heute noch das Grundstück am See. Hubert May und andere Kinder der umliegenden Bauerschaften verbrachten die Sommer oft am und im See. „Abends sind wir da immer schwimmen gegangen.“

Auch heute ist May jeden Tag am See unterwegs und geht eine Runde spazieren. Nach dem Krieg hatte der See an Bedeutung als überregionales Badegewässer gewonnen. Zwei Gaststätten entstanden in den 50er Jahren am Süd-Ost-Ufer. Auch der Campingplatz entstand um diese Zeit. 15 Hektar nimmt die Wasserfläche ein, neun Meter ist der See an seiner tiefsten Stelle. Da der See keine durchfließenden oder mündenden Bäche hat, speist er sich heute noch aus Grundwasser.

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