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Welche Mehrkosten kommen nach der Tarifeinigung auf Selm zu?

Zusätzliche Kosten nach Verdi-Einigung

Nach den Warnstreiks von Verdi in der vergangenen Woche, erhalten nun auch die 181 Beschäftigten der Stadtverwaltung Selm in Zukunft mehr Geld. Wieviel Mehrausgaben sind das und wie gut ist die Stadt darauf vorbereitet?

Selm

von Anabelle Körbel

, 18.04.2018
Welche Mehrkosten kommen nach der Tarifeinigung auf Selm zu?

Ein Streikbild aus Dresden. In vielen Städten gingen Gewerkschaftsmitglieder auf die Straße, um für mehr Lohn zu demonstrieren. © dpa

Stadtkämmerin Sylvia Engemann begrüßt die Erhöhung für die Beschäftigten: „Gute Arbeit muss auch angemessen entlohnt werden“. Doch die Tarifeinigung bedeutet auch Mehrkosten für die Stadt: Sie muss die Löhne ihrer Angestellten innerhalb von 30 Monaten in drei Schritten anheben.

1,2 Prozent mehr Lohn, als geplant

Ab dem 1. März gibt es rückwirkend 3,2 Prozent mehr Geld, im April 2019 kommen weitere 3,1 Prozent hinzu. Im März 2020 steigen die Löhne dann nochmals um 1,1 Prozent. Für den Haushalt des aktuellen Jahres hatte die Verwaltung aber nur mit einer Gehaltssteigerung von zwei Prozent kalkuliert.

Durch den Tarifbeschluss muss die Stadt den Beschäftigten rückwirkend zum März monatlich 1,2 Prozent mehr Lohn als eingeplant zahlen. Um die höheren Personalaufwendungen zu finanzieren, müsse man diese „durch andere Maßnahmen“ kompensieren, „damit der Haushaltsausgleich gehalten werden kann“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtkämmerin Sylvia Engemann. Aktuell seien Aufwandsreduzierungen in anderen Bereichen allerdings noch nicht absehbar.

Belastungen der Haushalte


Auch der Deutsche Städtetag kritisiert, dass der Tarifabschluss die „Haushalte finanziell deutlich belasten“ werde. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) spricht von rund 7,4 Milliarden Euro an Kosten, die nun auf die Kommunen zukommen.

Michael Bergmann, Personalratsvorsitzender der Sparkasse an der Lippe zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Die Tarifeinigung wird eins zu eins auf die Sparkassen übertragen“.

Es seien zähe Verhandlungen gewesen, was auch an den Sparkassenverbänden gelegen habe. Diese hatten eine Sonderregelung für ihre Mitarbeiter erreichen und sie von den Lohnsteigerungen völlig oder zu einem großen Teil ausschließen wollen. Daraufhin legten in der letzten Woche rund 100 Mitarbeiter der Sparkasse an der Lippe die Arbeit nieder. Davon war auch die Filiale „Brink“ in Selm betroffen.

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