Senioren berichteten Böll-Gesamtschülern über ihre Erlebnisse

Kriegsende

LÜTGENDORTMUND Im Rahmen des Generationsübergreifenden Erzählcafés berichten Senioren Schülern der Heinrich-Böll-Gesamtschule von ihren Erlebnissen während des 2. Weltkriegs.

von Von Holger Bergmann

, 08.05.2009, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zeitzeugen im Gespräch mit Schülern.

Zeitzeugen im Gespräch mit Schülern.

Egal wie man es macht, Geschichtsunterricht wird sehr schnell, sehr trocken. Lehrer Heinz-Günter Möller hauchte dem Unterricht seiner Klasse 6.4 gestern mehr Leben ein. Seine Schüler trafen im städtischen Begegnungszentrum Zeitzeugen, die den Krieg und sein Ende miterlebt hatten, und baten sie, ihnen vom Krieg zu erzählen. Dort fand die Veranstaltung im Rahmen des Generationsübergreifenden Erzählcafés statt. Für Irmgard Häussermann, Psychologin und Moderatorin des Vormittages, bietet dieses Erzählcafé nicht nur Kindern die Möglichkeit, Geschichte aus erster Hand zu bekommen, sondern auch den Senioren, ihre Kindheitserlebnisse zu verarbeiten. „Kinder sind damals nicht als Opfer wahrgenommen worden, sie mussten funktionieren.  

Lange Zeit hat sich niemand für ihre Erlebnisse Interessierte.“ Jetzt arbeite die dritte Generation die Geschichte auf: „Durch solche Gesprächsrunden erfahren die Senioren eine ungeheure Wertschätzung.“ Zeitzeuge Harald Brassel kann seine Erfahrungen gut in Worte fassen. Er erinnert sich, wie sich die Umstände des Krieges für die Zivilbevölkerung immer weiter verschärften: „Erst kamen die Bomber nur nachts und Dortmund hatte viele Flugabwehrgeschütze, als Kind hat man sich nicht bedroht gefühlt. Dann wurde immer mehr Geschütze an die Front verlegt, und irgendwann gab es sowenig Flugabwehr, dass die Bomber tagsüber kamen. An klaren Tagen konnte man die Bomben in der Luft sehen, wie kleine Erbsen, die vom Himmel fielen.“

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