Senioren-Experten der IHK geben Wissen weiter

Guter Rat

Die Idee ist da, die Motivation ist hoch – nur an der Umsetzung hapert es noch. Doch am Anfang einer Geschäftsidee ist man oft auch am Ende des Geldes. Wenn guter Rat unbezahlbar ist, helfen die Senior-Experten der IHK - wie der Wittener Herbert Warmer, der trotz Rente noch voller Tatendrang ist.

WITTEN

von Von Ines Eckermann

, 14.09.2011, 14:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Herbert Warmer ist Senior-Experte aus Überzeugung. Er gibt gerne das Wissen aus seinem Berufsleben weiter.

Herbert Warmer ist Senior-Experte aus Überzeugung. Er gibt gerne das Wissen aus seinem Berufsleben weiter.

Die sind nämlich nicht nur Senioren, sondern auch waschechte Experten. Viele von ihnen saßen in ihrem Leben vor der Rente in Chefsessel und in leitenden Positionen. So können sie unter anderem ein qualifiziertes Feedback geben, wenn ein Geschäftskonzept erarbeitet werden soll. Eine Stunde sitzt ein Rat aus noch nicht greisen Weisen über dem Konzept und berät, was geändert werden sollte, damit das neue Gewerbe nicht bald wieder eingestampft werden muss. Auch der Bochumer Thomas Tümp und seine Kollegen holten sich die kostenlose Hilfe der ehrenamtlichen Experten, als sie ihre Idee der Sprachreisenagentur "Lingoschool" in die Tat umsetzen wollten: „Die Experten haben uns beim Businessplan geholfen. Die haben ihn auf Herz und Nieren geprüft.“ Ohne die professionelle Hilfe der Experten hätte die Gründung länger gedauert, ist sich der frisch gebackene Geschäftsführer Tümp sicher.

Doch oft genug müssen die Experten auch den Karrierekarren aus dem finanziellen Mist ziehen: „Die Senior-Experten werden meist da eingesetzt, wo schnell geholfen werden muss“ - vor allem bei Liquiditätsproblemen, wenn Mahnungen und Pfändungen drohen, erklärt Grave. Doch nicht nur die Finanzen müssen wieder ins Gleichgewicht kommen, weiß der Wittener Senior-Experte Herbert Warmer: „Oft ist es auch Lebenshilfe, die wir leisten müssen.“ Vielen Unternehmern fehle die Struktur und der Durchblick in kaufmännischen Dingen. Eine gute Idee alleine mache noch langte kein gutes Geschäft. Früher war der 63-Jährige in einer führende Position in einem weltweit agierenden Großunternehmen, dann ging er in den Vorruhestand. Warmer hat zwar ausgesorgt, doch mit seinem Arbeitseifer ist er noch lange nicht am Ende. „Die Arbeit als Seniorexperte bringt mich aus dem alltäglichen Trott heraus“, erklärt Warmer das Projekt, das für ihn eine „Win-Win-Situation“ darstellt: Es sei gut für die Experten und gut für die Unternehmen. „Die Arbeit ist abwechslungsreich und ich kann mir meine Zeit frei einteilen“, sagt der Wittener über die Vorzüge des Expertendaseins gegenüber dem „normalen“ Berufsleben. Aus dem ist er zwar offiziell ausgeschieden, dank seiner Expertentätigkeit bleibt sein Wissen aber erhalten.