Sensationeller „Elias“ hatte Feuer und Dramatik

Konzerthaus Dortmund

271 Chorsänger und 125 Musiker saßen bei der Uraufführung von Mendelssohns Oratorium "Elias" vor 170 Jahren auf der Bühne. Es geht auch mit einem Viertel, und vielleicht wird die Musik erst dann richtig spannend. Noch nie hat Thomas Hengelbrock den "Elias" mit seinen Balthasar-Neumann-Ensembles ausgeführt.

DORTMUND

, 31.01.2016 / Lesedauer: 2 min
Sensationeller „Elias“ hatte Feuer und Dramatik

Thomas Hengelbrock (Mitte) dirigierte einen sensationellen „Elias“ im Konzerthaus Dortmund.

Die Premiere zum 25-jährigen Bestehen des Chors am Freitag im Konzerthaus Dortmund war so sensationell, dass es ein Glücksfall ist, dass sie für eine CD mitgeschnitten worden ist.

Mehr Oper als Oratorium

50 Choristen und 62 Musiker ließen auf historischen Instrumenten in barocker Tradition Feuer und Dramatik aus dem romantischen Chorwerk klingen und machten hörbar, dass dieses durchkomponierte Werk mehr Oper als Oratorium ist. Dieser "Elias" hatte noch mehr Kraft als Hengelbrocks historische Deutung von Wagners "Parsifal" und Bellinis "Norma" im Konzerthaus.

Farbig, mit weichen Übergängen zwischen den Sätzen, schweißte der 57-jährige Hamburger die Episoden aus dem Leben des Propheten Elias aneinander. Und sein vorzüglicher Balthasar-Neumann-Chor mit den tollen Solisten für die kleinen Rollen war eine die Handlung packend vorantreibende Figur.

Karajan-Preis

Den Elias dieser Aufführung mit außerordentlich hoher Qualität sang Michael Nagy mit starkem, in satten Farben leuchtendem Bariton. Altistin Ann Hallenberg war als Königin eine ebenso vortreffliche Besetzung. Tenor Lothar Odinius, Sopranistin Genia Kühmeier und der Knabensopran der Chorakademie komplettierten die großartige Besetzung.

Das Konzert begann früh, weil das Ensemble noch nach Baden-Baden reisen wollte. Dort nahm Thomas Hengelbrock am Samstag, vor der zweiten Aufführung im Festspielhaus, den Karajan-Musikpreis entgegen.