Serie „Atlantic Crossing“: Prinzessin wird zur Heldin wider Willen

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In Washington steht bis heute die Statue einer eleganten Frau. Es ist Prinzessin Märtha von Norwegen. Die Serie „Atlantic Crossing“ erzählt von ihrem Kampf während des Zweiten Weltkrieges.

13.11.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was für eine Frau! Sofia Helin spielt sie in den ersten Szenen als schöne Gattin des Kronprinzen Olav von Norwegen, die liebevoll ihre drei Kinder umsorgt und ansonsten jene Haltung bewahrt, die von ihr erwartet wird. Doch als die Deutschen 1940 einmarschieren, bricht im neutralen Norwegen Panik aus.

Während Olav mit der Regierung nach England geht, war Märtha schon zuvor durch einen geschlossenen Schlagbaum nach Schweden durchgebrochen, wo sie bei ihrem deutschfreundlichen Onkel nicht willkommen ist. Auf Einladung des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt schifft sie sich nach Amerika ein, die Besatzung bahnt den Weg durch Minenfelder. Kaum angekommen im Weißen Haus, nimmt sie wie ihr wahres Vorbild den politischen Kampf für ihr Volk auf.

Ein Duo zwischen Flirt und Freundschaft

Sofia Helin und der inzwischen weißhaarige Kyle MacLachlan („Twin Peaks“) als Präsident sind ein brillantes Duo, das ihre Beziehung zwischen Freundschaft und Flirt perfekt in der Schwebe hält.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt - Kyle Maclachlan sitzt wie sein historisches Vorbild im Rollstuhl - betet Prinzessin Märtha an.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt - Kyle Maclachlan sitzt wie sein historisches Vorbild im Rollstuhl - betet Prinzessin Märtha an. © Telekom/Martincek

Helin, die autistische Kommissarin aus „Die Brücke“, ist kaum wiederzuerkennen. Sie legt die Prinzessin als äußerlich selbstbewusste und innerlich sehr emotionale Frau an, die Panikattacken zu überwinden hat.

Drehbuch scheut vor Pathos nicht zurück

Auch vor Pathos scheut das Drehbuch von Alexander Eik (auch Produzent) und Lina May Kallestein nicht zurück – etwa, wenn die norwegischen Fischer die Hand auf ihr Herz legen, als die Prinzessin und ihre Kinder zum US-Schiff gebracht werden.

Polit-Drama, Rührung, eine Heldin wider Willen, der Einblick in eine königliche Ehe und der kleine Harald, der als Kleinkind durch die Szenen stolpert und heute König von Norwegen ist – was will man mehr.

Süffige Unterhaltung mit ernstem Hintergrund

„Atlantic Crossing“ ist keine exakte historische Aufarbeitung, aber ein Augenschmaus an Ausstattung und süffige Unterhaltung mit ernstem Hintergrund. Wer „The Crown“ bei Netflix liebt, wird sich auch für dieses Drama begeistern.

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