Serie geht weiter: Ekel-Fund auch in Witten

Vergammelte Lebensmittel

Die Serie illegal abgekippter Gammel-Lebensmittel geht weiter: Jetzt hat es Witten erwischt. Dort hat eine Zeugin am Donnerstagmorgen rund zehn Mülltonnen, gefüllt unter anderem mit faulendem Fleisch, entdeckt. Wie auch in Schwerte, Haltern, Castrop-Rauxel und Sprockhövel zuvor ist der Ekel-Fund an einem entlegenen Ort gemacht worden. Die Polizei geht von einem Zusammenhang aus.

NRW

, 23.06.2016, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der aktuelle Fund in Witten im Stadtteil Stockum zeige, dass die Täter noch immer aktiv sind, sagte am Donnerstag ein Sprecher der Polizei in Bochum. Die Aussagen einer Zeugin ließen den Rückschluss zu, dass die rund zehn Mülltonnen mit ranzigen Küchenabfällen dort am Mittwoch in der Zeit zwischen 21 und 23 Uhr "verklappt" worden sind.

In anderen Städten ist zum Teil unklar, wie lange der stinkende Müll vor seiner Entdeckung herumlag. Auch die Polizei geht mittlerweile von einem Zusammenhang der fünf NRW-Fälle aus. Auch aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz - aus Puderbach und Selters - wurden in dieser Woche zwei ganz ähnliche Fundorte gemeldet. Wir haben alle Orte auf einer interaktiven Karte eingezeichnet.

Das Vorgehen ähnelt sich überall: Dutzende Mülltonnen aller Art, gefüllt mit ranzigen Lebensmitteln und Gammelfleisch, werden an versteckten Orten abgekippt. Der erste NRW-Fall in Schwerte-Ergste wurde in der vergangenen Woche entdeckt. In den folgenden Tagen kamen Castrop-Rauxel, Haltern am See, Sprockhövel und jetzt Witten dazu.

Spezialunternehmen soll schnell anrücken

In Witten sollen die stinkenden Tonnen so schnell wie möglich entfernt werden. "Auch mit Hinblick auf die Hitze", sagte am Donnerstag eine Sprecherin der Stadt. Allerdings müsse zunächst ein Spezialunternehmen beauftragt werden. Die Öffentlichkeit muss für die Kosten der Entfernung aufkommen - es sei denn, die Verantwortlichen werden ermittelt. In Sprockhövel liegen die Mülltonnen sogar auf einem Privatgrundstück. Großes Pech für den Eigentümer. "Da der Abfall auf einem Privatgrundstück liegt, ist die Kreisverwaltung rechtlich gehalten, den Eigentümer zur Entsorgung zu verpflichten", teilte am Donnerstag ein Sprecher des Kreises Ennepe-Ruhr mit.

Kooperation der Ermittlungsbehörden

Großes Rätselraten herrscht bei der Frage, wer hinter den Taten steckt. Noch ermitteln unterschiedliche Kreispolizeibehörde, auch die Ordnungsämter und Kreisverwaltungen sind involviert. Ein Sprecher der Bochumer Polizei sagte am Donnerstag jedoch, dass eine Zusammenarbeit erfolge und die Ermittlungen möglicherweise künftig bei einer Behörde zusammenlaufen.

Verzweifelter Gastronom oder Bande?

Ob eine organisierte Bande oder möglicherweise ein verzweifelter, insolventer Gastronom die Dutzenden Mülltonnen verklappt hat, ist also noch unklar. Denkbar ist auch, dass ein privater Entsorger Kunden, zum Beispiel Imbiss-Betreiber, mit einem besonders günstigen Angebot geködert hat und die Tonnen jetzt "für lau" in ganz NRW verteilt - statt sie fachgerecht zu entsorgen.

So läuft die Entsorgung von Küchenabfällen normalerweise

Normalerweise beauftragen Restaurantbesitzer ein professionelles Entsorgungsunternehmen mit der Beseitigung ihrer Küchenabfälle. Dieser - im Idealfall zertifizierte - Betrieb holt die Tonnen dann in einem vereinbarten Rhythmus ab, kümmert sich um die Entsorgung des Inhalts und desinfiziert die Behältnisse. 

Rätselhaft ist daher auch, warum der oder die Täter die Mülltonnen gleich mit wegschmeißen - denn die Anschaffungskosten eines 120-Liter-Behältnisses lägen bei rund 30 bis 40 Euro, sagte am Donnerstag ein Sprecher eines Entsorgungsunternehmens, dass mit der Müllbergung in Haltern-Lavesum betraut war. 

Nichts für schwache Nerven! Dieses Video hat unser Reporter bei den Aufräumarbeiten in Castrop-Rauxel gedreht:

 

Auf dieser interaktiven Karte haben wir die Fundorte eingezeichnet.