Sertürner-Apotheke schließt nach fast 40 Jahren

Früher als gedacht

Nun geht es doch schneller, als gedacht: Die Sertürner-Apotheke schließt bereits Ende Juni nach fast 40 Jahren. Die Inhaberin der Traditions-Apotheke, Barbara Scheerer, kann sie wegen gesundheitlicher Probleme nicht weiterführen. Der Abschied aus dem Arbeitsleben hat für die 68-Jährige aber auch gute Seiten.

NETTE

, 26.06.2017, 16:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schweren Herzens schließt Barbara Scheerer (m.) Ende des Monats ihre Apotheke. Das Foto zeigt sie mit einem Teil ihres Teams: Sabine Herzer, Mathurajini Piratheepan, Sultan Damga und Burçu Akbas).

Schweren Herzens schließt Barbara Scheerer (m.) Ende des Monats ihre Apotheke. Das Foto zeigt sie mit einem Teil ihres Teams: Sabine Herzer, Mathurajini Piratheepan, Sultan Damga und Burçu Akbas).

Das 40-jährige Bestehen der Sertürner-Apotheke im kommenden Februar hätte Barbara Scheerer gerne noch gefeiert. Aber gesundheitliche Probleme machen der 68-jährigen Apothekerin einen Strich durch die Rechnung. Und weil sich trotz intensiver Suche kein Nachfolger für die Traditions-Apotheke an der Ammerstraße gefunden hat, kommt das Ende nun schneller als gedacht: Am Freitag (30. Juni) laden Barbara Scheerer und ihr Team ab 11 Uhr zum Abschiedstrunk ein – danach werden die Apotheken-Türen dauerhaft geschlossen bleiben.

Der Abschied, er fällt Barbara Scheerer sichtlich schwer. „Meine Kunden sind für mich auch Patienten, die mir ans Herz gewachsen sind“, sagt sie mit Tränen in den Augen. Immer wieder muss sie das Pressegespräch unterbrechen, weil Bürger ins Geschäft kommen, die sich persönlich von ihr verabschieden wollen. „Wir haben uns immer sehr gut bei Ihnen aufgehoben gefühlt“, sagt eine Dame.

Umzug aus Augsburg

1980, zwei Jahre nach der Eröffnung, übernahm Barbara Scheerer die Sertürner-Apotheke. Damals arbeitete sie noch in Augsburg und erhielt das unerwartete Angebot, sich als Apothekerin in Nette selbstständig zu machen. Ganz spontan sagte sie zu. Dass die damalige Entscheidung richtig war, beweist ihr heutiger Abschiedsschmerz. Nette sei schon lange ihre Heimat, sagt sie, und über die Jahre habe sie zu vielen Menschen eine enge Verbindung aufgebaut.

Stolz ist Barbara Scheerer auf ihr multikulturelles Team. „Alle Kunden haben es sehr geschätzt“, betont sie. Dassihre Mitarbeiterinnen gute Aussichten auf neue Stellen haben, mache ihr den Abschied ein wenig leichter. Genauso wie ihr Enkelkind (4) in Stuttgart, das sie nun öfter besuchen könne. Viele Pläne habe sie darüber hinaus nicht für ihren Ruhestand: „Wer 37 Jahre ganz strukturiert gelebt hat, muss den Mut haben, Dinge auf sich zukommen zu lassen.“ 

Schlagworte: