Sexuelle Erpressung: 13-Jährige packt aus

Prozess gegen Bochumer

Im Prozess um die Erpressung einer 13-jährigen Schülerin ist ein junger Mann aus Bochum am Freitag schwer belastet worden. Er soll das Mädchen gezwungen haben, kleine Sex-Filmchen zu drehen.

BOCHUM

15.04.2016, 14:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der 21-jährige Bochumer hatte die Schülerin über Facebook kennen gelernt. Dabei gab er offenbar an, dass er erst 15 sei und aus Rosenheim komme. Dort wohnte auch die 13-Jährige. Im Prozess vor dem Bochumer Landgericht hat der Angeklagte zwar gestanden, das Mädchen quasi erpresst zu haben. Dass sie erst 13 war, will er allerdings nicht gewusst haben.

"Bin mir ganz sicher"

Genau dem hat die Schülerin am Freitag widersprochen. Sie war zu ihrer Zeugenvernehmung extra mit ihrem Vater aus Bayern angereist. Auf die Frage der Richter, ob sie dem Angeklagten denn gesagt habe, dass sie erst 13 sei, antwortete sie: "Ja, da bin ich mir ganz sicher."

Sollten die Richter ihr – und nicht dem Angeklagten – glauben, droht dem Bochumer eine Verurteilung wegen sexuellen Kindesmissbrauchs. Fakt ist: Der 21-Jährige hatte die Schülerin erst überredet, ihm Nacktbilder zu schicken und sie anschließend genau damit erpresst. "Er hat gedroht, sie ins Internet zu stellen", sagte die Zeugin den Richtern unter Tränen. "Dann wollte er immer mehr." Im Prozess ist von so genanntem Cam-Sex die Rede.

Das Mädchen aus Bayern war dann aber doch noch zur Polizei gegangen. "Ich wusste nicht mehr weiter", sagte sie den Richtern. Dem 21-Jährigen Bochumer und seinem 22-jährigen mitangeklagten Kumpel wird außerdem Missbrauch einer 13-jährigen Schülerin aus Herten vorgeworfen. Der Prozess wird fortgesetzt.