Sexueller Kindesmissbrauch: Kreispolizeibehörden ermitteln ab sofort nicht mehr

Kindesmissbrauch

Für sexuellen Kindesmissbrauch gilt in NRW künftig dasselbe wie für Mord und Totschlag. Kreispolizeibehörden ermitteln in diesen Fällen ab sofort nicht mehr.

NRW

01.09.2020, 06:24 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Gartenlaube in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters im Missbrauchskomplex von Münster. In diesem Fall gab es jüngst weitere Festnahmen.

Eine Gartenlaube in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters im Missbrauchskomplex von Münster. In diesem Fall gab es jüngst weitere Festnahmen. © picture alliance/dpa

In Fällen von sexuellem Kindesmissbrauch wechselt in Nordrhein-Westfalen von diesem Dienstag an die Zuständigkeit für die Ermittlungen. Ab sofort sind nur noch die 16 sogenannten Kriminalhauptstellen zuständig.

„Damit behandeln wir diese Delikte organisatorisch genauso hochrangig wie Mord und Totschlag“, hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Schritt begründet. „Der Schutz der Kinder hat für uns die höchste Priorität.“

Zuständigkeit für andere Sexualstraftaten bleibt

Die Zuständigkeit für alle anderen Sexualstraftaten bleibt bei allen Kreispolizeibehörden. Bei den 16 Kriminalhauptstellen im bevölkerungsreichsten Bundesland handelt es sich um die Polizeipräsidien in Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Recklinghausen und Wuppertal.

In Nordrhein-Westfalen waren in jüngster Zeit mehrere große Kindesmissbrauchsfälle mit einer Vielzahl von Opfern ans Licht gekommen. In den Tatkomplexen Lügde, Bergisch Gladbach und Münster gab es auch weit über NRW hinaus eine Reihe von Festnahmen.

dpa


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