Sexueller Missbrauch: Gefängnisstrafe

BOCHUM Ein Bochumer Familienvater ist am Freitag vom Landgericht zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden. Nach dem Urteil der 3. Strafkammer hat der Mann seine Stieftochter mindestens sechs Mal schwer sexuell missbraucht.

von Tom Eder

, 29.02.2008, 14:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
750 Euro muss der verurteilte Stiefvater zahlen.

750 Euro muss der verurteilte Stiefvater zahlen.

Im Verfahren hatte der 33-Jährige die Vorwürfe bis zum Schluss bestritten. Was das Gericht davon hielt, war am Ende allerdings eindeutig: „Es wird Zeit, dass dieser Unschuldsschleier zerrissen wird.“ Laut Urteil hatte der Angeklagte das Kind unter anderem dazu gezwungen, sich mit ihm zusammen Sexfilme anzusehen. Einmal wurde das zu Beginn der Taten zehn Jahre alte Mädchen aber auch selbst zum Objekt der Begierde. Es musste nackt vor dem 33-Jährigen posieren. Und das, obwohl das Kind „ohnehin in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen ist“, wie es in der Urteilsbegründung hieß.

Täter gibt sich als Opfer aus

Der Angeklagte selbst wollte im Prozess von den Taten nichts wissen. Er gab sich als Opfer eines Komplotts aus, das die Familie des Kindes gegen ihn geschmiedet habe. Außerdem habe die Stieftochter die Aussage aus Rache gemacht. Das Gericht kommentierte dieses Verteidigungsverhalten sehr zurückhaltend: „Der persönliche Eindruck (des Opfers) verbietet eine solche Theorie.“ Und direkt auf den Angeklagten bezogen erklärten die Richter: Was ihm fehle, sei wenigstens ein Rest von Anstand. Man habe erwartet, dass er sich im Laufe des Verfahrens doch noch zu einem Geständnis durchgerungen hätte.

„Falsch beschuldigt“

Die Staatsanwältin war in ihrem Plädoyer deutlicher. Der Mann habe mit seinem Verteidigungsverhalten die Grenzen weit überschritten. „Er hat nichts unversucht gelassen, um das Kind als Lügnerin darzustellen.“ Dazu habe er selbst gelogen und Leute falsch beschuldigt. Die 3. Strafkammer blieb mit ihrem Urteil am Ende deutlich unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Gefängnis-Strafe von drei Jahren und acht Monaten. Die Richter hatten lange beraten, bevor sie das das Urteil verkündeten.