Sharon Kam verführte mit Klarinetten-Balsam

Konzert mit Dortmunder Philharmonikern

Das, was für Geigerin Janine Jansen das Tschaikowsky-Violinkonzert ist, sind für Sharon Kam die Klarinettenkonzerte von Carl Maria von Weber. Schon 1998 bekam sie für ihre Aufnahme mit dem Gewandhausorchester und Kurt Masur den Echo-Preis. Am Dienstag spielte die 43-jährige Israelin das erste Weber-Konzert mit den Dortmunder Philharmonikern im Konzerthaus Dortmund.

DORTMUND

, 18.03.2015, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sharon Kam verführte mit Klarinetten-Balsam

Sharon Kam

Bei den geschmeidigen Bewegungen und Klängen, die die Wahl-Hannoveranerin aus ihrer Klarinette fließen ließ, wäre jede Schlange im Weidenkorb verzückt gewesen. Purer Balsam war das, was sich da im Adagio in den Saal ergoss, und mit keckem Spielwitz führte Kam das Orchester durch das muntere Rondo-Finale. Die Zugabe war eine der vielen Klarinetten-Hommagen von Béla Kovács.

Deutlich bessere Solisten

Die Dortmunder Philharmoniker haben unter dem neuen Leitungsteam seit zwei Jahren deutlich bessere Solisten als vorher. Und auch viel mehr Publikum, wodurch sich die höheren Gagen finanzieren lassen. Das konnte am Dienstag das Furioso von Rolf Liebermann entdecken, einen quirligen, spätromantischen Marathonlauf besonders für die Streicher, sondern auch eine fulminante Interpretation von Beethovens dritter Sinfonie, der „Eroica“.

Der Nürnberger Generalmusikdirektor Marcus Bosch am Pult war Paavo Järvis Temporekord, den er mit der Kammerphilharmonie Bremen in den Beethoven-Sinfonien aufgestellte hat, im ersten Satz dicht auf den Fersen. Bei diesem rasanten Sturmlauf hatten die Streicher manchmal Mühe, zu folgen, aber mitreißend und impulsiv, wenngleich etwas atemlos, klang dieses Helden-Porträt von Napoleon.

Reizvoll

Reizvoll war, die markant Bosch vor allem im zweiten Satz, die Bläserstimmen in dieser Sinfonie herausstellte.