Shirley MacLaine spielt alten Drachen mit Herz

Neu im Kino

"Furchtbare Frau! Ich sage lieber nichts." "Mir fällt nichts Gutes ein zu Harriet. Ich bin ganz offen: Ich hasse sie!" Journalistin Anne (Amanda Seyfried) spricht mit Leuten, die Harriet Lauler kennen, der Tenor ist immer derselbe. Die Frau ist ein rechthaberischer Drachen, der nur Feinde hat. Und daraus soll sie einen Nachruf stricken?

17.04.2017, 13:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Shirley MacLaine spielt alten Drachen mit Herz

Amanda Seyfried (l.), Shirley MacLaine (M.) und Ann Jewel Lee Dixon spielen drei Freundinnen.

Einen zu Lebzeiten, denn Harriet selbst hat ihren Nachruf bestellt. Das ist die Konstellation der fabelhaften Komödie "Zu guter Letzt", die man eine Sternstunde des "Rentner-Kinos" nennen darf. Nicht für Rentner, aber mit einer Oma, die Haare auf den Zähnen hat. Die wird köstlich gespielt von einer Shirley MacLaine (82) in Hochform.

Kontrollfreak Harriet

Harriet zählt über 80 Jahre, hat vom Leben die Schnauze voll, möchte als Kontrollfreak aber bestimmen, was in der Zeitung steht, wenn sie nicht mehr ist. "Sie schreiben einen Nachruf, der meiner würdig ist", setzt sie dem jungen Ding die Pistole auf die Brust. Widerwillig startet Anne ihre Recherche und merkt, dass der üble Leumund Harriet nicht gerecht wird. Ja, sie ist berechnend, hat aber Talente, Menschenkenntnis und Wissen, die Anne imponieren.

Über die Liebe zu Platten und den Kontakt zu einem Mädchen erwächst eine Freundschaft. Mark Pellingtons Film lebt von den Schauspielerinnen, pfiffigen Dialogen, lakonischem Witz und einer Inszenierung, die nie in den Fettnapf der Klamotte tappt. Da steckt Lebensweisheit drin, Wärme und Güte, die jedes Herz zum Hüpfen bringen. Super.

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