Sigmar Gabriel zu Gast in Bochum

Wahlkampf bei Sommerhitze

Es sind noch knapp zwei Monate bis zur Bundestagswahl. Während sich Kanzlerin Merkel für die NSA-Affäre verantworten muss, geht die SPD auf Wahlkampftour. Am Montagabend waren Parteichef Sigmar Gabriel und der Bochumer Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer auf dem Konrad-Adenauer-Platz zu Gast.

BOCHUM

, 23.07.2013, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sigmar Gabriel war zu Gast in Bochum.

Sigmar Gabriel war zu Gast in Bochum.

Bei warmen Temperaturen stellten sich die beiden auf der Bühne am Mandragora den Fragen der Zuhörer. Rund 100 Politikinteressierte hatten sich bei Bier und Currywurst versammelt. Besonders gefragt war der Parteivorsitzende Gabriel, der für seine Ausführungen mehrfach zustimmenden Applaus erntete. „Es ist nicht sozial, was Arbeit schafft, sondern was Arbeit schafft, von der man leben kann“, sagt der 53-jährige. Außerdem sei der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen noch immer eine Ungerechtigkeit. Auf die Frage, ob sich Gabriel auf Bundesebene eine Koalition mit den Linken vorstellen könne, verneinte dieser. „Das liegt nicht daran, dass ich mit der Linkspartei ein ideologisches Problem habe, sondern ein praktisches.“Fragen zu Opel Die Partei um den Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi sei zwiegespalten in einen „pragmatischen Osten“ und einen „SPD-hassenden Westen“. Doch auch die kommunale Politik kam zur Sprache. Mehrfach wollten die Anwesenden von Axel Schäfer wissen, was denn nun aus Opel und dem Standort Bochum würde. „Wir müssen durch Praxis zeigen, dass wir zu diesem Unternehmen stehen.“ Aber auch der amerikanische Mutterkonzern GM müsse sich „engagieren“. In der letzten Woche hatte Opel in einem Brief an die Stadt verkünden lassen, dass nicht mehr genutzte Teile des Werksgeländes an die Gesellschaft „Bochum Perspektive 2022“ überschrieben werden sollen.Abhörskandal Gegen Ende widmete sich die Gesprächsrunde dem aktuellen Spionageskandal um die NSA. Gabriel merkte an, er stelle sich manchmal vor, „was hier los wäre, wenn die Russen das machen würden“. Schäfer gab zu bedenken, dass Deutschland auch einem Bündnispartner wie den USA nicht alles durchgehen lassen dürfe. Dazu benötige es „Tapferkeit vor dem Freund“.