Simon Beckett liest beim Krimifestival

DORTMUND Krimi-Bestsellerautor Simon Beckett ist einer der Stars des Festivals "Mord am Hellweg" und liest im Dortmunder "Theater im Depot". Warum er für seinen Roman auf einer Leichenfarm recherchierte, hat der 40-jährige Brite im Interview verraten.

von Von Julia Gaß

, 28.10.2008, 17:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Simon Beckett

Simon Beckett

Wenn man auf Ihre Homepage klickt, sieht es geheimnisvoll und etwas gruselig aus. Lieben Sie Hitchcock? Beckett: Ja, sehr. Ich mag die Atmosphäre, das Dunkle in seinen Filmen.

Sie waren Lehrer, Schlagzeuger und Journalist. Was haben Sie unterrichtet? Beckett: Englisch an einer Schule in Spanien.

Und über was haben Sie als Journalist geschrieben? Beckett: Ich war Polizeireporter und habe in Tennessee und Nevada Desserts Kriminalgeschichten geschrieben.

In den ersten beiden David Hunter-Krimis, "Chemie des Todes" und "Kalte Asche" beschreiben Sie sehr exakt die Arbeit des Rechtsmediziners David Hunter. Man liest, Sie hätten auf einer "Leichen-Farm" recherchiert. Beckett: Ich war auf der Leichenfarm der Uni Tennessee, eine Forschungsanstalt für Verwesungsprozesse. Ich wollte genau wissen, was mit Körpern passiert, wenn sie verwesen. Als Journalist hab ich 2002 darüber einen Artikel geschrieben. Der hat mich zu "Chemie des Todes" angeregt. Ich möchte Naturwissenschaften exakt darstellen.

In "Kalte Asche" stirbt Hunter fast. Aber offenbar überlebt er, denn Anfang des Jahres erscheint der dritte Krimi, "Leichenblässe". Wollen Sie jedes Jahr ein Buch schreiben, wie Donna Leon? Beckett: Vielleicht nicht jedes Jahr, aber eine Serie.

Mögen Sie die Krimis von Donna Leon? Beckett: Ich habe noch keinen gelesen.

Warum nicht? Beckett: Gute Frage. Ich lese lieber Science Fiction und gerne auch Biografien.

Der erste Hunter-Krimi spielt in Norfolk, der zweite auf einer Hebriden-Insel. Wo hin treibt es den Forensiker im dritten Band? Beckett: Nach Tennessee, er geht zurück auf die Leichenfarm.

"Chemie des Todes" war für den "Dagger Award" nominiert. Welchen Buchpreis hätten Sie gerne? Beckett: Ich habe noch keinen und brauche keinen.

Haben Sie ein Buch von Literatur-Nobelpreisträger Jean-Marie Le Clézio gelesen? Beckett: Nein.

Mögen Sie Krimifestivals wie das am Hellweg? Becket: Ja, sehr. Man trifft andere Autoren und diskutiert. Am liebsten abends an der Bar.

Lesung Simon Beckett: 4.11., 20 Uhr, Theater im Depot, Immermannstraße, Dortmund. Karten: Tel. (0231) 98 21 20.

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