Simone Kermes sang Roland Kaiser an die Wand

Festival "Klangvokal"

Ein Opernvulkan und ein Schlagesänger in einem Konzert. Ob das gut geht? Ja, wenn der Schlagersänger Roland Kaiser heißt und der Vulkandame Simone Kermes den Vortritt lässt.

DORTMUND

, 18.06.2017, 18:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Simone Kermes sang Roland Kaiser an die Wand

Ungewöhnliches Duo: Opernstar Simone Kermes und Schlagersänger Roland Kaiser im Konzerthaus Dortmund.

Es war nur eine Stippvisite, die Kaiser, im Mai 65 Jahre alt geworden, gestern beim Festival "Klangvokal" im Konzerthaus Dortmund ablieferte. Nino de Angelos Ballade "Halt mich noch einmal fest" und ein Udo-Jürgens-Medley mit vier Hits - das war's.

Und die Stimmung kochte dabei nicht gerade über im Saal. Zuvor hatte Kaiser noch Simone Kermes im Duett "Alles, was Du willst" versprochen.

Kermes zeigte alle Register der Stimmkunst

Für mehr Stimmung im Saal sorgte die temperamentvolle Kermes - erst mit Barockarien, am Schluss, im Zugabenteil Schulter an Schulter mit Roland Kaise, mit einem Schlagerfestival. Zuvor hatte sie in Schlagern des 18. und 19. Jahrhunderts alle Register ihrer Stimmkunst gezogen.

Wie der Sturm in Porporas Oper "Mitridate" fegte sie mit ihrem Sopran durch die Arie des Oronta. Und die "Räuber" von Verdi sind mit der Kermes ein richtig lustiges Stück. Rasant tänzelte und zwitscherte sie sich durch die Arie der Amalia. Und wie kultiviert sie danach die Wahnsinnsarie der Lucia von Donizetti sang - Wahnsinn!

Vier opulente Kleider

Musical kann die Leipzigerin, die in zweieinhalb Stunden vier opulente Kleider vorführte, auch - sogar ohne Mikro. Ihr "Summertime" von Gershwin war ein Ereignis, so gefühlvoll und leise gesungen - ebenso wie "Over the Rainbow" von Harold Arlen.

Da kam Roland Kaiser nicht mit, und hatte auch mit Mikro Mühe, sich über das große Orchester, die Neue Philharmonie Westfalen, durchzusetzen. Die spielte unter Leitung des ehemaligen Dortmunder Kappellmeisters Ekhart Wycic mit Elan und Swinggefühl - aber dafür, dass zwei Sänger im Haus waren, relativ viele Orchesternummern alleine.

Bunt gemischtes Programm

Dumm war das Konzept nicht: Viele Besucher waren zum ersten Mal in einem klassischen Konzert und im Konzerthaus und "nur wegen dem Roland da". Vielleicht kommen sie wieder. Die Klassik-Puristen wunderten sich ein wenig über das Programm, das so bunt gemischt war wie eine bunte Kaffee-Tortenteilchenplatte.

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