„Sinfonie der Tausend“: Mahler in der Mehrzweckhalle

Neue Philharmonie Westfalen

Da war sofort das Kulturhauptstadt-Gefühl wieder da. Ein Großprojekt mit Riesenbesetzung in einer Halle: Mahlers achte Sinfonie, die "Sinfonie der Tausend" wird selten aufgeführt - verständlich wegen des großen Aufwandes. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war das 1910 uraufgeführte Mammutwerk einer der Höhepunkt, am Sonntag und Montag gratulierte die Neue Philharmonie Westfalen damit NRW zum 70. Geburtstag.

GELSENKIRCHEN

, 13.09.2016, 11:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Tausend (genau 1077 Zuhörer) saßen auch im Publikum. Auf der Bühne sorgten 431 Mitwirkende, darunter acht Solisten, 105 Musiker und Sänger aus fünf Chören (Opernchor des Musiktheaters im Revier, Uni-Chor Duisburg-Essen, ein Projektchor, Knabenchor und Jugendkantorei Güterloh) für ein monumentales Erlebnis.

Kondition war in der Hitze gefragt

Die Aufführung am Montagabend in der Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen (die erste Aufführung war am Sonntag im Ruhrfestspielhaus) verlangte bei gefühlten 40 Grad in der Mehrzweckhalle allen viel ab.

Und trotz der nicht einfachen Akustik in der breiten Halle, wo für die Chöre es nicht leicht war, textverständlich zu singen, hat der Gelsenkirchener Generalmusikdirektor Rasmus Baumann vor allem aus dem zweiten Teil, der Schlussszene aus Goethes "Faust II" ein eindrucksvolles Erlebnis gemacht. Ein wunderbares Gretchen und einen tollen Doctor Marianus hatte diese Aufführung und ein Orchester, das in dieser Riesenbesetzung in Bestform, enthusiastisch und trotzdem sehr präzise spielte.

Wirkungsvolle Effekte

Mit Blechbläsern hinter dem Publikum sorgte Baumann für weitere klanglich wirkungsvolle Effekte. Und mit welcher Energie die Chöre, geschlossen wie ein Ensemble, am Schluss beider Sinfonieteile hymnische Kraft entwickelten, war in der Hitze imposant.

In Dortmund führen die Philharmoniker das Werk 2018 auf und krönen damit ihren Mahler-Zyklus.