Sinfonie des Grauens war faszinierend

Konzerthaus Dortmund

Jazzmusiker haben Ausdauer: Michael Wollny bot am Wochenende die umfangreichste "Zeitinsel" im Konzerthaus Dortmund. Und hatte in sechs Konzerten, die Freitag und Samstag bis in die Nacht reichten und atmosphärische "Nachtgesänge" boten, ein treues und begeistertes Publikum.

DORTMUND

, 07.05.2017, 15:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sinfonie des Grauens war faszinierend

Zum Stummfilm-Klassiker „Nosferatu“ improvisierte Jazzpianist Michael Wollny mit dem Bläserensemble.

Gestern ging das Mini-Festival mit Wollnys "Wunderkammer XXL" zu Ende; der Auftakt war gruselig und faszinierend: Mit dem "Norkse Bläserensemble" aus Norwegen und Schlagzeuger Eric Schaefer improvisierte der 38-jährige Jazzpianist live zum Stummfilm-Klassiker "Nosferatu" von Friedrich Wilhelm Murnau von 1922.

Improvisation

Wer die Original-Filmmusik kennt, die die Dortmunder Philharmoniker vor drei Jahren im Konzerthaus gespielt haben, wird sich gewundert haben. Wollnys Interpretation dieser "Sinfonie des Grauens" illustrierte nicht genau Schritte und Gesten, aber sie fing Stimmungen und Atmosphäre dieses Ausflugs nach Transsylvanien wunderbar ein.

Der Beginn war fast klassisch, im dritten Akt wurden die Improvisationen jazziger und im fünften Akt hatten sie dann fast Big-Band-Charakter. Michael Wollny war dabei nicht der Solo-Star am Klavier, sondern Teil des Ensembles. Und das improvisierte hervorragend mit 20 Musikern, obwohl "Det Norske Bläserensemble" keine waschechte Formation, sondern mehr ein Klassik-Ensemble ist.

Großartig

Ohne Noten spielen die Bläser, fanden sich in immer wieder neuen Kleingruppen zu Improvisationen zusammen; Geir Lysne koordinierte das Geschehen zu den Bildern auf der Riesenleinwand als Dirigent. Das war großartig.

Nach einer Stunde Pause hatte Elektronik-Künstler Leafcutter John seinen Remix der Live-Improvisationen gemixt und faszinierte damit das Publikum des immer noch gut besuchten "Nachtgesangs".

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