Situation Kunst widmet sich Jan J. Schoonhoven

Ausstellung in Bochum

Seine seriellen monochrom-weißen Reliefs aus Papiermaché haben Jan J. Schoonhoven bekannt gemacht. Der 100. Geburtstag 2014 ist für Situation Kunst in Bochum Anlass, das Schaffen des Niederländers über sieben Jahrzehnte zu beleuchten.

BOCHUM

, 24.02.2015, 13:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Blick in die Schoonhoven-Schau

Ein Blick in die Schoonhoven-Schau

Bereits seit Entstehung der Kunstsammlung in Bochum vor 25 Jahren ist ihm in der Dauerausstellung ein Raum gewidmet.„Die weißen Reliefs gehören zu den einfachsten Gebilden der neuesten Kunstgeschichte“ schrieb Max Imdahl, dem Situation Kunst gewidmet ist, 1984 über Schoonhoven.

Schwerpunkt auf Zeichnungen

Mit der von ihm geforderten „eindringlichen, geduldigen und hingebungsvollen Anschauung“ lässt sich dann aber viel entdecken. In der Ausstellung wird der Schwerpunkt auf Zeichnungen gelegt, die in Deutschland in diesem Umfang seit 20 Jahren nicht mehr zu sehen waren.

Sie zeigen die Entwicklung Schoonhovens, der 1930 mit einer Ausbildung zum Zeichenlehrer begann und 1960 die Gruppe Nul gründete – ein niederländisches Pendant zur Gruppe Zero, mit der er gemeinsam ausstellte.

Rotterdam im Krieg

Damals wurde nach der gesellschaftlichen Funktion von Kunst gefragt. Wie Schoonhoven neue Ausdrucksformen erprobte, lässt sich an einer bereits 1962 entstandenen Formation von zehn, kleinen weißen Reliefs ablesen. 1941 zeichnete er noch figurativ Rotterdam im Krieg. Der Blick auf die Gerippe eines zerstörten Hauses zeigt aber bereits sein Interesse an rasterartigen Strukturen.

In den 50er-Jahren wird er von Paul Klee beeinflusst. Dann findet er zu seiner abstrakten, zeichnerischen Bildsprache, die er bis zu seinem Tod weiter entwickelt. Da gibt es Zeichnungen, für die Schoonhoven unzählige winzige Striche in Reihen nebeneinander gesetzt hat. Andere Werke wirken eher kalligraphisch. Gegen Ende seines Lebens sind dann wieder Anklänge an Architektur zu sehen. In der Dauerausstellung lassen sich Zusammenhänge mit Künstlern wie Gotthard Graubner, Norbert Kricke oder Arnulf Rainer entdecken.

Situation Kunst in Bochum: „Jan J. Schoonhoven, Schlossstraße 13, bis 19.4., Mi-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 12-18 Uhr, Katalog: 16 Euro.

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