So bunt war die Hippie-Zeit in den 60ern

Folkwang-Museum Essen

San Francisco im Jahre 1967 - der Sommer der Liebe. Die Hippie-Bewegung gegen Krieg, Konsum und Rassenfeindlichkeit ist auf ihrem Höhepunkt. In der neuen Ausstellung "San Francisco 1967 - Plakate im Summer of Love" zeigt das Museum Folkwang in Essen ab heute das Lebensgefühl einer ganzen Generation auf rund 250 farbenfrohen Plakaten.

ESSEN

, 08.06.2017, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
So bunt war die Hippie-Zeit in den 60ern

Viele Künstler, hier ein Plakat der Chamber Brothers von Victor Moscoso, waren im Jahr 1967 in San Francisco tätig und steuerten ihren Teil zur Gegenkultur bei.

Immer wieder schwirrt die Zeile "If you're going to San Francisco ..." mit imaginärer Musikbegleitung im Kopf herum, wenn man durch die Ausstellung "San Francisco 1967" schlendert.

Der Klassiker von Scott McKenzie steht schon beinahe als Hymne für den Höhepunkt der Hippie-Bewegung in den USA. Ende der 1960er-Jahre, in Zeiten großer Rassenunruhen und heftiger Proteste gegen den Vietnamkrieg, entwickelte sich in San Fracisco eine Gegenkultur.

Farben und Schnörkel

Sie suchte nach neuen Wegen für die Gesellschaft und das Zusammenleben. Besonders die Musik von Künstlern wie Janis Joplin, The Doors, Jimi Hendrix oder The Who verlieh der Hippiebewegung mächtigen Auftrieb.

246 Plakate namhafter Künstler wie Victor Moscoso oder Gary Grimshaw, ergänzt durch Schallplattencover, Konzertkarten und Handzettel, gehören zu der Schau zum 50. Jubiläum des Sommers der Liebe - sinnlich blickende Frauen mit langen Haaren aus Pfauenfedern, neben ihr ein Kobold in grün mit Flügelhelm, stehts farbenreich und verschnörkelt.

 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausstellung "San Francisco 1967" in Essen

Die Hippiebewegung in den USA erreichte in jahr 1967 ihren Höhepunkt. Besonders mit ihrer Musik verurteilten die Anhänger der Gegenkultur Vietnamkrieg, Rassenfeindlichkeit und Konsumgesellschaft. Dem sogenannten Sommer der Liebe vor 50 Jahren widmete das Museum Folkwang in Essen die Ausstellung "San Francisco 1967".
08.06.2017
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Das schwimmend wirkende Schriftbild ist typisch für die Konzertplakate der 1960er.© Foto: Wolfgang’s Vault
Die Band "The Velvet Underground" um Sänger Lou Reed war in den 1960er- und -70er-Jahren aktiv.© Foto: Bob Schnepf
Einer der größten Gitarristen und Rockstars aller Zeiten: Jimi Hendrix. Das Plakat wurde von Gary Grimshaw gestaltet.© Foto: Gary Grimshaw
Auch Fotografien, wie hier von Charlatan George Hunter, ergänzen die Ausstellung.© Foto: Wolfgang’s Vault
Eine Aufnahme vom Trips Festival im jahr 1966.© Foto: Wolfgang’s Vault
Big Brother and the Holding Company© Foto: Rhino Entertainment
Quicksilver Messenger Service und die Steve Miller Blues Band © Foto: Rhino Entertainment
Der psychedelische Stil der Plakate zieht sich durch die Ausstellung.© Foto: Tim Vinnbruch
Besonders der Frieden ist ein zentrales Thema der Konzerte.© Foto: Tim Vinnbruch
Durch Strobolicht scheinen sich die Figuren an der Wand zu bewegen.© Foto: Tim Vinnbruch
Frauen sind ein häufiges Plakat-Motiv.© Foto: Tim Vinnbruch
Nebeneinander gehängt erkennt man die künstlerische Vielfalt der Plakatgestaltung.© Foto: Tim Vinnbruch
Ein Silvesterkonzert beschließt die 1960er-Jahre.© Foto: Tim Vinnbruch
Auch viele den Plakaten ähnlich gestaltete Konzertkarten und Handzettel zeigt die Ausstellung.© Foto: Tim Vinnbruch
Schlagworte Museum Folkwang, Essen

Buntes Stroboskoplicht

In einem abgetrennten Bereich werden sechs der Plakate mit buntem Strobolicht angestrahlt. Dem Besucher wird vorgegaukelt, die Münder, Figuren und Tiere würden sich bewegen. Der psychedelische Stil zieht sich durch die Ausstellung.

Und so sticht ein Plakat heraus: Auf schwarzem Grund steht die Warnung "Be aware" (Sei vorsichtig) in rot-weiß gestreiften Blockbuchstaben. Darüber prangt ein Hakenkreuz und komplettiert mit weißen Sternen auf Blau die US-amerikanische Flagge. Die Frage "Are we next?" (Sind wir die Nächsten?) markiert den Kopf der bissig-kritischen Arbeit - ein Kontrast zu den verspielten Konzertplakaten.

Zwei weitere Ausstellungen

Zeitgleich zu "San Francisco 1967" zeigt das Museum Folkwang die zwei Fotoausstellungen: Peggy Buth - "Vom Nutzen der Angst" und Arwed Messmer - RAF Kein Beweis"

: "San Francisco 1967", 9.6. bis 3.9., Museumsplatz 1, Di-So 10-18 Uhr, Do/Fr 10-20 Uhr, Katalog: 24 Euro.