So geht es in Aplerbeck jetzt politisch weiter

Jürgen Schädel für Barbara Blotenberg

Die Debatte um das Bezirksbürgermeister-Amt hat im Stadtbezirk Aplerbeck eine neue Stufe erreicht. SPD und CDU haben offiziell angekündigt, Amtsinhaberin Barbara Blotenberg (Grüne) in einer Sondersitzung abzuwählen. Ihr potenzieller Nachfolger steht schon fest.

APLERBECK

, 09.02.2016 / Lesedauer: 2 min

In einer noch genau zu terminierend en Sitzung soll Jürgen Schädel (SPD) an Stelle von Blotenberg gewählt werden. Anfang Februar hatte die CDU nach 16 Jahren einseitig die politische Partnerschaft mit den Grünen aufgekündigt. 

Die Fraktionsvorsitzenden Ingeborg Milde (CDU) und Jan Gravert (SPD) haben nun zwei voneinander losgelöste Anträge für eine Sondersitzung angekündigt. Für die Abwahl eines Bezirksbürmeisters ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Die hätten SPD (7) und CDU (6) bei insgesamt 19 BV-Mitgliedern. Die Grünen haben vier Sitze, jeweils einen Vertreter stellen sowohl Die Linke als auch Bürgerliste. 

Erfahrener SPD-Kandidat

Für die Neuwahl von Jürgen Schädel reicht eine einfache Mehrheit. Schädel, bisher erster Stellvertreter und bereits seit 22 Jahren Bezirksvertreter, war SPD-Kandidat für das Bezirksbürgermeisteramt bei der Kommunalwahl 2014. Einen Kandidaten aus Reihen der CDU gibt es nicht.

Laut Jan Gravert seien sich SPD und CDU „über inhaltliche Gemeinsamkeiten näher gekommen, nicht über Personenfragen“. Gemeinsam mit Milde zählt er auf: Verkehrsinfrastruktur, Zukunft der Schulen, Sportinfrastruktur. Uneinigkeit in diesen Themen waren die Ursache für das Ende der Partnerschaft.

„Wir sind nicht der Buhmann“, sagt Ingeborg Milde. Die Zusammenarbeit mit der SPD, das betonen beide, sei keine offizielle Koalition. Dennoch werden die CDU-Bezirksvertreter nach Lage der Dinge in der Sondersitzung, vermutlich Anfang März, für einen Sozialdemokraten als Bezirksbürgermeister stimmen.

Blotenberg: "Menschlich enttäuschend"

Barbara Blotenberg sagt über den Plan von CDU und SPD: "Die Auflösung der Zusammenarbeit ist die eine Sache. Eine personenbezogene Abwahl eine andere“, sagt Blotenberg. „Das ist menschlich enttäuschend.“

Sie ist der Auffassung, das Amt seit Juni 2014 „parteipolitisch neutral und nicht zum Nachteil irgendeiner Fraktion“ geführt zu haben. Dies fortzuführen sei für sie auch nach dem Ende der Zusammenarbeit der Parteien denkbar. „Ich halte das für Willkür“, sagt Blotenberg.

Sie will auch im Falle einer Abwahl Mitglied der Bezirksvertretung bleiben. „Ich lasse mir nicht von einer anderen Partei vorschreiben, wann ich die Politik beende“, sagt Blotenberg.