So geht es mit den Gemeindezentren weiter

Nette und Oestrich

Am 31. Dezember gehen in den evangelischen Gemeindehäusern in Nette und Oestrich die Lichter aus. Alle Proteste – vor allem aus dem Netter Gemeindeteil – laufen bislang ins Leere. Viele fürchten den Tod der Gemeinde vor Ort. Fragen und Antworten.

NETTE/OESTRICH

, 01.02.2017, 14:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fragen, Sorgen und Verständnislosigkeit standen vielen Besuchern ins Gesicht geschrieben.

Fragen, Sorgen und Verständnislosigkeit standen vielen Besuchern ins Gesicht geschrieben.

Was wurde bei der Gemeindeversammlung am Dienstagabend verkündet?

250 Gemeindeglieder aus allen sieben Gemeindeteilen kamen in den Mengeder Saalbau, um – im Grundsatz – keine Neuigkeiten zu hören. Der Presbyteriumsbeschluss vom 6. Januar 2016, vor Jahresfrist an gleicher Stelle verkündet, bleibt bestehen.

Mittlerweile steht allerdings der Fahrplan, wie die Kirchengemeinde künftig seelsorgerisch versorgt wird, wann die Kirchen und Gemeinderäume in Oestrich und Nette entwidmet und gänzlich geschlossen werden. 

Wie geht es mit der pastoralen Arbeit weiter?

Ab 1. März, wenn Pfarrer Dr. Albrecht Thiel in den Ruhestand geht, werden die Zuständigkeiten neu geregelt. „Die bisherigen Schwerpunktpfarrstellen ‚Kirche und Schule‘ sowie ‚Junge Familien‘ werden in klassische Pfarrstellen umgewandelt“, erklärte Pfarrerin Stephanie Lüders.

Grund ist der Abbau von dann dreieinviertel Pfarrstellen. Sechs Pfarrerinnen und Pfarrer werden sich künftig um die neugeordneten Pfarrbezirke kümmern.

Wie steht es um den Konfirmandenunterricht und die Gottesdienste?

Der Konfirmanden-Unterricht wird auf die Standorte Mengede, Nette und Westerfilde konzentriert. Deutlich reduziert werden die regelmäßigen Gottesdienste, die künftig nur in Mengede an jedem Sonntag stattfinden, in Bodelschwingh und Westerfilde im Wechsel je zweimal im Monat, einmal monatlich in Deusen. Hinzu kommen je fünf Familien- und Jugendgottesdienste.

Wie es in Nette und Oestrich weitergeht, blieb weithin offen. Netter Erwachsenengruppen können die Räume in der katholischen Gemeinde St. Josef nutzen, haben Gespräche mit der Nachbargemeinde ergeben. Noch unklar ist, wo die Kinder- und Jugendlichen verbleiben. „Uns ist bewusst, dass es in Oestrich ein massives Raumproblem gibt“, erklärte Presbyteriumsmitglied Luisa Schmitt. 

Ist ein Fahrdienst geplant?

Mit Blick auf die zumeist älteren Gottesdienstbesucher, erklärte Stephanie Lüders, es werde ein Fahrdienst eingerichtet - „und wir gucken, wie er genutzt wird“.

Am 31. Dezember schließen die Gemeindezentren an der Joachim-Neander-Straße und Auf dem Brauck. Die Gottesdienste zur Entwidmung der Kirchenräume finden am 15. Oktober in Nette und am 22. Oktober in Oestrich statt.