So hat sich die Museumslandschaft in der Region verändert

Gewinner und Verlierer

Was waren das für glorreiche Ausstellungszeiten, als sich 2010 im Folkwang-Museum die Impressionisten die Ehre gaben oder 2006 Caspar David Friedrich Hof hielt. Doch die Museumslandschaft des Ruhrgebietes hat sich gewandelt. Inzwischen hat, was die Originalität der Themen und ihre Inszenierung angeht, das Wuppertaler Von-der-Heydt-Museum die Nase vorn.

DORTMUND

, 30.12.2015, 16:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
So hat sich die Museumslandschaft in der Region verändert

Die herausragend „Weltkunst“-Schau in Wuppertal ist bis 28. Februar zu sehen.

Alle Museen des Ruhrgebietes kämpfen mit viel zu geringen Ausstellungsetats. Aber Geld ist eben nicht alles. Gegen die kühle Eleganz des Folkwang-Museums setzt das Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal die im besten Sinne persönliche Ausstellungsarbeit des Direktor Gerhard Finckh.

Schon seine Einführungsfilme, für deren Herstellung Finckh durch ganz Europa düst, sind Kult. Wirklich jeder Besucher pilgert zuerst in den großen Filmsaal des Hauses und lässt sich von Finckh die Welt erklären - zuletzt das Leben des Bankiers und Mäzens Eduard Von der Heydt.

Prächtige Inszenierungen

Anschließend erleben Kunstfreunde stets prächtige Inszenierungen, für die Finckh die Säle auch schon mal bunt tapezieren lässt. Für die Schau "Weltkunst" - inzwischen von einer Zeitung zur "Ausstellung des Jahres" gekürt - baute er den Speisesaal eines Hotels nach, als wär´s ein Stück der Wuppertaler Tanz-Ikone Pina Bausch.

Gemälde und Skulpturen werden hier nicht angebetet, sondern aus ihrem historischen Zusammenhang heraus verständlich gemacht. Das ist kunsthistorisch beeindruckend komplex, was dem Besucher jedoch egal sein kann. Hauptsache, er lernt und hat Spaß dabei.

Küppersmühle ist Spitze

Ebenfalls Spitze: die Küppersmühle in Duisburg. Das privat finanzierte Haus ist wohl noch mehr als andere auf das Wohlwollen von Sponsoren angewiesen.

Das hält den Direktor Walter Smerling aber nicht davon ab, hier die großen Namen der aktuellen Szene zu präsentieren. Die Heinz-Mack-Schau (bis 31.1.) zu erleben, ist ein Genuss.

Dortmund spielt keine Rolle

Um so trauriger, dass Dortmund im Konzert der Kunst-Häuser eine so kleine Rolle spielt. Die Vakanz an der Spitze des Museums Ostwall im Dortmunder U hat fatale Folgen.

Dabei verdient die (vom Hartware Medienkunstverein schon im kleineren Maßstab realisierte) Vision, hier zeitgemäße Kunst zu zeigen, doch eine Chance. Wer einmal die "Next-Level-Conference" erlebt hat, bei der junge Leute mit Computerspielen den U-Turm zum Wackeln bringen, weiß das.

Münster ist wieder wichtig

Mit seinem neuen, wunderbaren Gebäude kommt dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster endlich wieder eine wichtige Stimme im Konzert der Ausstellungshäuser zu. Mit der entzückenden Schau um den „Grüffelo“ und die Otto-Piene-Präsentation hat das Team 2015 aufs Neue gezeigt, was es kann.

Die 2016 geplante Schau über Homosexualität klingt mutig. Und die Henry-Moore-Ausstellung wird schöne Vergleiche ermöglichen, denn auch der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal widmet sich im nächsten Jahr diesem Bildhauer.

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